Blasenentzündung - Welche Hausmittel wirklich helfen

Blasenentzündungen verursachen unangenehme Symptome. Mithilfe einiger Hausmittel lassen sich diese Symptome aber bereits lindern. Wir erklären, welche am effektivsten sind und wie diese am besten eingesetzt werden. 

Ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib und häufiger Harndrang sind die charakteristischen Symptome einer Blasenentzündung. Betroffen sind meist Schwangere und junge Frauen. In der Regel ist eine Erkrankung innerhalb weniger Tagen überstanden. Neben herkömmlicher Medikation gibt es einige Hausmittel, welche zur raschen Genesung beitragen können.

Symptome einer Blasenentzündung


Brennen in den Harnwegen kann ein Symptom für Blasenentzündung sein.
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Leichtere Formen einer Blasenentzündung verursachen meist nur subtilere Symptome. Die typischen Anzeichen für eine einfache Blasenentzündung ist eine leichte Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen), ein unangenehmes Brennen in den Harnwegen und ein stetiger Harndrang sowie eine Pollakisurie (Urin lässt sich nur in geringen Mengen abgeben).

Je nach Schwere der Erkrankung gesellen sich noch weitere Symptome hinzu. Hierbei spielen verschiedene Faktoren wie die Art des Erregers oder diverse Begleiterkrankungen eine entscheidende Rolle. Die häufigsten Symptome einer Blasenentzündung sind:

  • Stetiger Harndrang
  • Dysurie (Wasserlassen fällt schwer)
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Nykturie (vermehrter Harndrang in der Nacht)
  • Tenesmus (schmerzhaftes Verkrampfen der Blase)
  • Schmerzen im Unterleib (suprapubische Schmerzen)

Neben diesen Hauptsymptomen kann sich eine Blasenentzündung auch durch anderweitige Anzeichen bemerkbar machen:

  • Betroffene leiden häufig unter impulsivem Harndrang und in Folge dessen an einer Dranginkontinenz.
  • Manchmal kommt es im Zuge einer Blasenentzündung zu Fieber.
  • Blut mischt sich dem Urin bei. In den meisten Fällen liegt jedoch eine Mikrohämaturie (Blutmengen sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar) vor.
  • Der Urin weist eine trübe Färbung und einen unangenehmen Geruch auf.
  • Sollte die Infektion auf die Nieren übergehen, äußert sich eine Blasenentzündung durch Rückenschmerzen.

Ursachen

Eine Blasenentzündung wird in den meisten Fällen von einem Bakterium der Spezies Escherichia coli ausgelöst, das im menschlichen Darmtrakt angesiedelt ist. Gelangen die Bakterien in den Harntrakt, rufen sie eine Entzündung hervor. Klettern Bakterien durch die Harnröhre bis in die Blase hinauf, spricht man von einer aszendierenden (aufsteigenden) Infektion. Auch sogenannte Staphylokokken können für eine Blasenentzündung verantwortlich sein. Selten wird eine Blasenentzündung von Pilzen, Viren oder Parasiten ausgelöst.

Eine Infektion kann auch von den Nieren ausgehen. Durch die Nieren wandern die Keime über die Harnleiter bis in die Blase hinab, hier spricht man von einer deszendierenden (absteigenden) Infektion. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist jedoch sehr gering.

In manchen Fällen tritt eine Infektion unmittelbar nach einer Reise in tropische Länder auf. Dies kann mitunter auf eine Bilharziose hindeuten. Die Krankheit wird hier von einem Saugwurm ausgelöst. Eine Behandlung durch eine konventionelle Therapie beim Arzt ist unerlässlich.

In seltenen Fällen tritt eine Zystitis im Zuge von Nebenwirkungen diverser Medikamente auf. Auch die Bestrahlung gegen Tumorerkrankungen in der Beckengegend können Grund für Blasenentzündung (Strahlenzystitis) sein.

Was begünstigt die Entstehung einer Blasenentzündung?


Besonders nach einer Geburt sind Frauen anfällig für Blasenentzündungen. 
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Es gibt einige Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit der Entstehung einer Blasenentzündung erhöhen:

  • Durch eine falsche Wischtechnik nach dem Stuhlgang können Darmbakterien in Richtung Harnröhre befördert werden. Hiervon sind vorwiegend Frauen betroffen.
  • Nach einer Geburt sind die Harnwege der Frau wegen der veränderten Hormonlage geweitet. Bakterien und Pilze können so leichter eine Infektion hervorrufen.
  • Keime können sich durch mechanische Eingriffe wie Blasenspülungen oder Blasenspiegelungen in der Blase ansiedeln.
  • Ein durch Unterkühlung oder psychische Gründe geschwächtes Immunsystem.
  • An Diabetes erkrankte Personen sind grundsätzlich anfälliger für Infekte. Zusätzlich bietet der Zucker im Urin eine bessere Lebensgrundlage für Keime.
  • Konstant liegende Blasenkatheter erleichtern den Aufstieg von Bakterien in die Harnblase.
  • Durch den Gebrauch von Spermiziden oder eines Diaphragmas.
  • Staut sich Urin wegen einer Blasenfunktionsstörung, können sich Bakterien leichter vermehren.
  • Durch die Behinderung des Harnabflusses, etwa bei einer Verengung der Harnröhre, fließen kleine Mengen an Urin in die Harnblase zurück und können eine Blasenentzündung verursachen.

Blasenentzündung Hausmittel - Diese Hausmittel helfen


Besondere Tees können sehr entzündungshemmend wirken.
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Mithilfe einiger Blasenentzündung Hausmittel lassen sich die Symptome einer Blasenentzündung effektiv lindern. Bewährt haben sich diverse Nieren- und Blasentees, welche sich pflanzliche Wirkstoffe zunutze machen. Folgende Blasenentzündung Hausmittel helfen gegen einen Infekt:

1. Ausreichend trinken

Ärzte empfehlen eine Aufnahme von mindestens zwei Litern Flüssigkeit pro Tag in Form von ungesüßtem Tee und Wasser. Erreger vermehren sich in der Harnblase und können im schlimmsten Fall auf die Nieren überspringen. Durch häufiges Urinieren werden die Erreger auf natürliche Weise aus dem Körper gespült. Trotz der Schmerzen beim Wasserlassen sollte man sich den Gang zur Toilette nicht verkneifen.

2. Wärmflaschen

Ein warmer Umschlag oder eine Wärmflasche lassen die Muskulatur um die Blase entspannen. Die verkrampfte Muskulatur lockert sich, der Schmerz verringert sich. Auch Fußbäder haben einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf. Zu starke Hitze sollte hingegen vermieden werden, um Verbrennungen vorzubeugen.

3. Cranberry-Saft

Die heilende Wirkung von Cranberry-Saft gegen eine Blasenentzündung ist schon seit langer Zeit bekannt. Der hierfür verantwortliche Wirkstoff heißt Proanthocyanidin, durch welchen es Erregern erschwert wird, an den Wänden der Harnwege zu haften. Ein regelmäßiger Konsum von Cranberry-Saft soll sogar vorbeugend gegen die Entstehung einer Blasenentzündung wirken. Auch Preiselbeeren und Heidelbeeren beinhalten den Wirkstoff Proanthocyanidin.

4. Nieren- und Blasentees

Spezielle Nieren- und Blasentees aus der Apotheke enthalten pflanzliche Wirkstoffe, welche entzündungshemmend und krampflösend wirken. Tees aus Bärentraubenblättern wirken zudem desinfizierend. Auch Tees aus Wacholder, Brennnessel und Schachtelhalm haben sich bei einem Infekt als effektives Blasenentzündung Hausmittel bewährt. Schon der Konsum von vier bis fünf Tassen am Tag genügen.

5. Kein Alkohol oder Kaffee

Auf alkoholische Getränke oder Kaffee sollte man grundsätzlich während der Erkrankung verzichten, da sie die Harnwege reizen und weitere Infekte begünstigen. Auch Limonaden oder Säfte von Zitrusfrüchten sind kontraproduktiv, da sie die Zuckerwerte im Urin erhöhen und die Vermehrung von Bakterien begünstigen. Ungesüßte Tees und Wasser sind Säften und Kaffee vorzuziehen.

6. Wasser mit Backpulver

Pilze, Viren und Bakterien lieben ein leicht saures Milieu. Das Natron im Backpulver sorgt für einen leicht basischen Urin und kann die Vermehrung der Keime verhindern. Auch das durch den sauren Urin verursachte Brennen wird durch das Natron gelindert. Ein mit einem Teelöffel Backpulver versetztes Glas Wasser reicht schon aus, um einen positiven Effekt zu erzielen.

Konventionelle Behandlung

In der Regel heilen die meisten Blasenentzündungen von selbst nach einiger Zeit. Hausmittel wirken unterstützend und können die Symptome lindern. Doch nicht immer ist eine Behandlung mit Blasenentzündung Hausmittel ratsam. Vor allem Risikopatienten wie Diabetiker oder Schwangere sollten in jedem Fall Rücksprache mit dem Hausarzt halten. Blasenentzündung Hausmittel wirken vor allem unterstützend zur konventionellen Therapie.

Schwere Infekte behandelt der Arzt durch eine Gabe von Antibiotika in Tablettenform. Kommt es in Folge der Blasenentzündung zu einer Nierenbeckenentzündung, ist mitunter die Gabe der Wirkstoffe via Injektion in die Venen vonnöten. Antibiotika wirken allerdings nur gegen Bakterien. Ist ein Pilz der Auslöser, verschreibt der Arzt sogenannte Antimykotika.

Einer Blasenentzündung vorbeugen


Achten Sie auf eine ausreichende Hydrierung im Alltag.
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Grundsätzlich neigen vorwiegend junge Frauen dazu, an einer Blasenentzündung zu erkranken. Das Risiko setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Mit diversen Maßnahmen lässt sich das Risiko einer Erkrankung minimieren. Eine ausreichende Hydrierung ist das A und O. Dabei sollte man auf ungesüßte Tees oder Wasser zurückgreifen. Durch regelmäßiges Wasserlassen werden Keime aus der Blase und dem Harnleiter gespült. Auf der Toilette ist vor allem das richtige Wischen (von vorne nach hinten) entscheidend. Die Füße und die Nierengegend sollte man unbedingt warm halten, da der Körper durch ein geschwächtes Immunsystem anfälliger für Infekte ist.

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