Nierenschmerzen vorbeugen: Eine nierenfreundliche Diät und die ärztliche Vorsorge im Alter sind wichtig

Wie man die Nieren am besten entlastet, um Schmerzen zu vermeiden und Nierensteine gar nicht erst enstehen lässt, erfährt man in Folgendem.

Nierenschmerzen treten auf, wenn Erkrankungen der Niere vorliegen. Den Beschwerden lässt sich am besten durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige ärztliche Check-ups vorbeugen. Werden Beschwerden wie Nierensteine frühzeitig erkannt, lassen sich Schmerzen meist vermeiden.

Nieren gesund halten und Schmerzen vermeiden

Genügend Wasser kann Nierenschmerzen vorbeugen.                                            Shutterstock.com / eggeegg

Ab dem 30. Lebensjahr baut die Nierenleistung konstant ab. Um einer Nierenschwäche und den damit verbundenen Schmerzen vorzubeugen, sollte man die Nieren nicht unnötig belasten. Ärzte geben vor allem den Tipp, ausreichend Wasser zu trinken. Medikamente und Genussmittel wie Alkohol gilt es zu meiden, da die Nieren dadurch erheblich belastet werden.

Ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge sind Urintests. Sie geben Hinweise auf Nierenleiden, indem sie den Eiweißgehalt im Urin messen. Generell gilt: Je weniger Eiweiß im Harn desto besser. Als Faustregel gilt, dass gesunde Nieren pro Tag zwischen 15 und 20 Milligramm Eiweiß ausscheiden. Sind es mehr als 100 Milligramm, sollte ein  Arzt konsultiert werden. Rezeptfreie Schnelltests für Zuhause sind in der Apotheke erhältlich. 

Ärztliche Vorsorge in Anspruch nehmen

Die Zahl der Dialyse-Patienten ist seit Anfang der 90er Jahre um fast 50 Prozent gestiegen. Ursächlich sind oft unerkannte Nierenleiden, die schließlich zum Verlust der Nierenfunktion führen können. Damit können starke Schmerzen einhergehen, die für die Erkrankten eine große Belastung darstellen. Für Senioren ist eine regelmäßige ärztliche Vorsorge besonders wichtig. Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner, wenn Beschwerden der Nieren auftreten. Betroffene sollten bereits ein Unwohlsein oder Zwicken in den Nieren ärztlich abklären lassen. Oft handelt es sich um harmlose Beschwerden, die sich mit einer Umstellung der Ernährung oder einer medizinischen Behandlung schnell in den Griff bekommen lassen. Manchmal liegen aber auch ernste Leiden zugrunde, die einer ärztlichen Diagnose und Überwachung bedürfen.

Eine gesunde Ernährung verhindert Beschwerden

Eine gesunde Ernährung verhindert Nierenschmerzen.Eine gesunde Ernährung kann Nierenschmerzen vorbeugen.                             Shutterstock.com / Syda Productions

Die Nieren filtern pro Tag 180 Liter Flüssigkeit. Je unschädlicher die Stoffe, die aufgenommen werden, desto weniger Arbeit haben die Nieren. Ärzte vermuten, dass auch Salz und Eiweiß in hohen Dosen die Nieren schädigen. Zumeist entstehen Nierenerkrankungen jedoch als Folge bestehender Erkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes. Um Nierenschmerzen zu vermeiden, muss in erster Linie diesen Erkrankungen vorgebeugt werden.

Nierenschmerzen vorbeugen durch Wärme

Im höheren Alter entwickelt sich bei vielen Menschen eine Nierenschwäche. Schmerzen lassen sich dann nicht immer ganz vermeiden, insbesondere wenn andere Vorerkrankungen und alterstypische Krankheiten vorliegen. Wenn die Nieren häufiger schmerzen, sollte eine Wärmflasche bereitgelegt werden. Wärme hilft, einer Zunahme der Schmerzen vorzubeugen, indem sie die Muskulatur lockert und die Durchblutung in den betroffenen Bereichen fördert.

Gegenteilig dazu, kann Kälte zu Erkrankungen der Nieren und der Blase führen. Unterkühlung sollte deshalb unbedingt vermieden werden. Vor allem die Füße müssen warm und trocken gehalten werden, da es ansonsten zu einer Minderdurchblutung des Unterleibs und in der Folge zu einer Entzündung der Harnwege kommen kann, die sich schlimmstenfalls bis in die Nieren ausbreitet. Die Folge sind starke Schmerzen, die eine erhebliche Belastung im Alltag bedeuten und die Lebensqualität einschränken.

Ebenfalls wichtig: nach dem Schwimmen die nasse Kleidung sofort gegen trockene tauschen. Menschen mit empfindlicher Blase sollten auf synthetische Unterwäsche verzichten, damit die Haut ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist. Mit diesen Maßnahmen lassen sich Nierenbeschwerden und die damit einhergehenden Schmerzen meistens zuverlässig vermeiden.

Bei länger anhaltenden oder besonders starken Schmerzen sollte ein Arzt konsultiert werden. Wenn die Nieren trotz ergriffener Gegenmaßnahmen schmerzen, ist medizinischer Rat besonders wichtig. Der richtige Ansprechpartner ist der Nierenfacharzt oder ein anderer Internist. Der Hausarzt kann eine Erstdiagnose stellen und Kontakt zu einem Nephrologen herstellen.

Medikation umstellen und Schmerzen vorbeugen

Schmerzmittel sollten vermieden werden.Nierenschmerzen können durch Medikationen entstehen.                                 Shutterstock.com / Tyler Olson

Nierenschmerzen lassen sich auch durch eine Umstellung der Medikation vermeiden. Viele Arzneimittel belasten die Nieren, vor allem Schmerz- und Entzündungsmittel wie Ibuprofen oder ASS. Leichte Schmerzmittel sind rezeptfrei erhältlich, wobei die Nebenwirkungen je nach Patient unterschiedlich stark ausfallen können. Um Nierenschmerzen vorzubeugen, sollte auf ein sanftes Präparat gewechselt werden. Der Wirkstoff Paracetamol gilt als nierenschonend und ist daher eine gute Alternative zu stärker wirkenden Stoffen, die nicht nur die Nieren sondern auch das Herz, die Gefäße und andere Organe belasten können.

Vor der langfristigen Einnahme von Medikamenten sollte der Hausarzt befragt werden. Meist entscheiden Dauer und Dosis der Einnahme darüber, ob und in welcher Intensität die Schmerzen auftreten. Eine genaue Einstellung der Medikation gewährleistet eine gute Nierengesundheit und verhindert Schmerzen.

Bei Nierensteinen sofort zum Arzt

Wenn die Nieren schmerzen oder es in kurzen Abständen wiederholt zu Magenschmerzen kommt, sollte ein Arzt konsultiert werden. Womöglich handelt es sich um Nierensteine, die bei frühzeitiger Behandlung noch schmerzfrei ausgeleitet werden können. Wenn die Nierensteine bereits ausgeprägt sind und schon Schmerzen auftreten, kann der Arzt ein sanftes Schmerzmittel verordnen. Besser ist es jedoch, wenn Betroffene Nierensteine gar nicht erst entstehen lassen.

Auch wer zu viel trinkt, riskiert Nierenschmerzen. Wer zu viel Wasser zu sich nimmt riskiert eine sogenannte Wasservergiftung. Auf Vorrat trinken funktioniert nicht. Man sollte also auf eine ausgewogene Flüssigkeitsaufnahme achten. Gesunde Menschen sollten zwei Liter Flüssigkeit pro Tag aufnehmen – zum Beispiel Wasser oder Tee. Da zuckerhaltige Getränke das Risiko für Nierenleiden und damit für Schmerzen erhöhen können, sollten Limonaden, Energy Drinks und Co. gemieden werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion vermeiden

Vier bis sechs Millionen Deutsche haben eine eingeschränkte Nierenfunktion. Ursächlich ist meist ein ungesunder Lebensstil oder das Alter. Viele Nierenerkrankungen fallen dabei nicht auf, weil sie keine merklichen Beschwerden hervorrufen. Lediglich Schmerzen treten in den meisten Fällen auf. Bei rund 14.000 Menschen, die jährlich eine terminale Niereninsuffizienz entwickeln, ist eine umfassende Nierenpflege umso wichtiger. Schmerzen können das erste Anzeichen für eine Erkrankung der Nieren sein und sollten unbedingt ernst genommen werden.

Menschen, die an einer Niereninsuffizienz oder an einer anderen Erkrankung der Nieren leiden, erhalten meist Schmerzmittel gegen die Schmerzen. Die Medikation muss regelmäßig neu eingestellt werden, um die Belastung für die Nieren möglichst gering zu halten.

Nierenschmerzen sind manchmal auf eine Niereninfektion zurückzuführen. Wenn der Verdacht einer ernsten Erkrankung besteht, ist ein Besuch beim Nephrologen sinnvoll. Der Arzt wird empfehlen, regelmäßig Wasser zu lassen und den Urin auf keinen Fall zu halten. Denn dies kann die Symptome verstärken. Zudem hilft häufiges Wasserlassen, etwaige Krankheitserreger auszuspülen. Nach dem Geschlechtsverkehr ist das Wasserlassen besonders wichtig, damit etwaige Keime wieder ausgespült werden, bevor sie zu den Nieren gelangen und dort Erkrankungen hervorrufen.

Nierenschmerzen vorbeugen heißt Risikofaktoren vermeiden. Die häufigsten Auslöser für Nierenschmerzen sind chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Metabolisches Syndrom: Vorsorgemaßnahmen für Betroffene

Bei Nierenschmerzen ist ein Arztbesuch erforderlich.Menschen mit dem metabolischen Syndrom sind besonders anfällig für Nierenerkrankungen. Shutterstock.com / Vitalii Vitleo

Menschen, die am Metabolischen Syndrom leiden, sind besonders anfällig für Nierenerkrankungen und müssen einige Vorsorgemaßnahmen treffen. Auch hier wird ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, einer ausgeglichenen Ernährung und Entspannung empfohlen. Wichtig ist auch ein gutes Stressmanagement, da Stress bekanntermaßen an die Nieren geht. Sollte es dennoch zu Nierenschmerzen kommen, muss der Arzt informiert werden. Durch eine frühzeitige Behandlung kann einer chronischen Erkrankung der Nieren im Rahmen des Metabolischen Syndroms häufig vorgebeugt werden.

In jedem Fall muss beim Metabolischen Syndrom die jährliche Vorsorge beim Arzt in Anspruch genommen werden. Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen sollten die Nierengesundheit regelmäßig prüfen lassen, um Schmerzen langfristig zu vermeiden.

Fazit: So lässt sich Nierenschmerzen vorbeugen

Nierenschmerzen lässt sich auf verschiedene Weisen vorbeugen. Ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt gewährleisten die Nierengesundheit und senken das Risiko für Schmerzen. Menschen mit empfindlichen Nieren können den Schmerzen mit Wärme vorbeugen. Zudem gilt es, auf die körperlichen Signale zu achten und bei einer möglichen Nierenerkrankung umgehend einen Arzt aufzusuchen.

60 Gesundheitswerte in nur 20 Minuten - Mit mobilem Labor und ärztlicher Telekonsultation revolutioniert wellabe das Gesundheitsmangement.