Wie Du bei Augenmigräne die Ruhe bewahrst

Helle Blitze vor den Augen und blinde Flecken im Blickfeld sprechen für eine Augenmigräne. Die besondere Form der Migräne betrifft fast immer beide Augen. Augen benötigen in dieser Situation Entspannung. Die Attacke ist an für sich nichts Gefährliches, sollte aber behandelt werden und unter Beobachtung stehen.

Tipps und Wissenswertes bei Migräneattacken der Augen

Was ist eine Augenmigräne?

Die Augenmigräne nennt sich in der Fachsprache ophthalmische Migräne. Bei dieser besonderen Form der Migräne treten in erster Linie Sehstörungen an beiden Augen auf, die von Schmerzen begleitet werden. In seltenen Fällen können parallel Kopfschmerzen auftreten. 

Ausgelöst wird der starke Augenschmerz durch Stress, Schlafmangel oder Hormonsteuerung. Der Sehnerv wird dann nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Wahrgenommene Bilder werden fehlerhaft ins Gehirn geleitet. Die Migräne dauert in der Regel nicht länger als 30 Minuten. Ein Arztbesuch ist empfehlenswert, um weiteren Anfällen vorzubeugen.

Ärzte können die Ursache der Attacke allerdings auch nicht immer genau definieren. Fakt ist, dass die Augenmigräne von den Nerven kommt und nicht von den Augen selbst. Die Fehlregulation der Blutgefäße spielt sich im Bereich der Sehrinde ab. Wer wetterempfindlich ist, kann die Sehstörungen sogar bei Umschwüngen des Klimas erleiden. Nacken- und Halsschmerzen können die Migräneform ebenfalls auslösen. Zu achten ist auch auf die Ernährung. Geschmacksverstärker wie Glutamat, aber auch natürliche Stoffe wie Histamin können Augenschmerz auslösen. Wer den Auslöser kennt, kann diese umgehen und sich schützen.

Die Symptome:

Das Blickfeld kann sich von außen nach innen verengen oder es entstehen 

Störungen mitten im Gesichtsfeld.

  • Blitze vor den Augen
  • Schwindel
  • Schmerzende Augen

Tipps bei einer Augenmigräne

Während einer Attacke muss man Ruhe bewahren.                                                                          Shutterstock.com / 9nong

Während der Attacke sollte unbedingt Ruhe bewahrt werden. Panik und Angst vor Erblindung sind unbegründet. Die Attacke kann nach 10 Minuten bereits wieder vorüber sein. In den seltensten Fällen dauert sie bis zu einer Stunde. Die Augen sollten entspannen können, das heißt Betroffene sollten abgedunkelt liegen oder sitzen und nicht auf das Smartphone schauen. Die Augen zu schließen ist ebenfalls empfehlenswert.

Helfen Medikamente?

Ruhe hilft am besten.                                                                                                                          Shutterstock.com / Syda Productions

Schmerzmittel sollten nur eingenommen werden, wenn starker Kopfschmerz mit der Migräne einhergeht. Ansonsten helfen Ruhe und Warten am besten. 

Ansonsten lindern kalte Tücher auf Augen und Stirn den Schmerz. Manche Menschen vertragen in solchen Momenten auch gut ätherische Öle. Lavendel kann in geringer Menge in ein Aromalämpchen gegeben werden. Es verdampft im Raum und kann so Linderung schaffen. Doch Achtung: Nicht jeder Duft eignet sich. Am besten von einem Aromatherapeuten beraten lassen.

Um die eigenen Attacken nachvollziehen zu können oder mögliche Ursachen abzuleiten, kann ein Migräne-Tagebuch hilfreich sein. In dem Tagebuch werden alle Anfälle festgehalten und so gut es geht beschrieben. Begleitend lassen sich Entspannungsübungen sammeln.

Häufigkeit:

Im Alter zwischen 15 und 45 Jahren tritt die Migräneform am häufigsten auf. Frauen haben ein höheres Risiko zu erleiden als Männer. Wenn Kinder einen Elternteil haben, der unter Augenmigräne oder Migräne generell leidet, haben sie ein höheres Risiko, selbst zu erkranken.

Sonderfall: Einseitige Ausfälle des Sehvermögens

Die einseitige oder auch retinale Augenmigräne ist ein Sonderfall. Sie entsteht, wenn es zu einer Verengung der Arterien der Retina kommt. Ist die Netzhaut derart belastet, kann es zu einer reduzierten Durchblutung der Gefäße kommen. Sehstörungen oder gar Blindheit auf einem Auge sind die Folge. Nach ein paar Stunden ist die Attacke in der Regel vorbei und das Sehvermögen vollständig wiederhergestellt.

Abgrenzung Migräne mit Aura

Augenmigräne ist nicht gleich Migräne. Der klassischen Migräne geht eine sogenannte Aura voraus. Diese kündigt den Migräneanfall an. Betroffene erleiden dann auch Blitze und Flecken vor den Augen. Es handelt sich aber nicht um ein und dieselbe Migräneform. Der Zeitpunkt ist unterschiedlich. Bei einer Migräne mit Aura erleiden die Betroffenen die Sehprobleme vor den Kopfschmerzen. Bei der Migräne an den Augen sind meist gar keine Kopfschmerzen im Spiel.

Schwangere Frauen leider oftmals unter Sehstörungen

Vor allem Schwangere leiden unter Sehstörungen.                                                                       Shutterstock.com / Antonio Guillem

In der Schwangerschaft kann es zu Sehstörungen kommen. Als erstes sollte der Gynäkologe aufgesucht werden. Bei zwei bis fünf Prozent der Schwangeren kann diese Form der Augenbeeinträchtigung auftreten. Der Blutdruck der werdenden Mutter steigt bedrohlich an. Neben den Sehstörungen kann auch das Gesicht anschwellen. Hier ist also noch mehr Vorsicht geboten als bei einer „normalen“ Attacke.

Managerkrankheit Augenmigräne

Was viele nicht wissen: Augenmigräne kann von zu viel Stress kommen. Die Symptome treten dabei sehr plötzlich auf. Es trifft denjenigen unvorbereitet. Wer auf einmal Probleme beim Lesen hat, extrem trockene Augen oder Lidkrämpfe sollte gewarnt sein. Augenmigräne wird daher auch oft als Managerkrankheit bezeichnet. Manager, die oft unter psychischem Stress stehen und sich nicht genug entspannen können, erleiden häufiger Augenmigräneattacken.

Online austauschen

Betroffene können sich online austauschen.                                                                                  Shutterstock.com / Rawpixel.com

Unter Augenmigräne zu leiden ist sehr unangenehm. Wer Gleichgesinnte kennt, kann sich untereinander helfen. Nicht jeder im Freundeskreis versteht die Krankheit und kann es nachvollziehen. Vor allem, wenn Ruhe und Entspannung angesagt ist. Auf der Website der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft finden User Informationen und können sich Selbsthilfegruppen anschließen.

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