Schlafmangel – die unterschätzte Gefahr

Viele Menschen leiden unter Schlafmangel. Doch die meisten unterschätzen die Gefahr, die dahintersteckt. Im Folgenden erläutern wir, woraus Schlafmangel resultiert und wieso er so gefährlich sein kann.

Viele Menschen leiden unter Schlafmangel – doch die Folgen werden oft auf die leichte Schulter genommen. Dabei kann Schlafmangel ernste gesundheitliche Konsequenzen und oft ebenso ernste Ursachen haben.

In diesem Artikel erfährst Du, wie sich das Problem zeigt, welche Probleme daraus entstehen und was Du dagegen unternehmen kannst.

1.Symptome

Die offensichtlichste Symptom von Schlafmangel ist Müdigkeit.
Die Anzeichen von Schlafmangel können sehr vielfältig sein.                                  Shutterstock.com / ESB Professional

Das wohl offensichtlichste Anzeichen für Schlafmangel ist Müdigkeit. Auch Erschöpfung, Reizbarkeit, eine Abnahme von Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie die Neigung zum Sekundenschlaf zählen zu den Symptomen. Zudem erkranken Betroffene häufiger und spüren Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen. 

Nicht immer werden diese Probleme einem Schlafmangel zugeschrieben: Unter Umständen hast Du das Gefühl, eigentlich genug zu schlafen und trotzdem unter Beschwerden zu leiden. Dann ist es möglich, dass der Schlafmangel aus einem Mangel an Schlafqualität resultiert oder Du nachts häufig aufwachst, ohne Dich im Nachhinein daran zu erinnern. Beides führt auf Dauer zu denselben Symptomen, die entstehen, wenn Du zu kurz schläfst.

2.Physische Ursachen

Licht, Lärm und andere Störfaktoren sorgen für Schlafmangel.
Auch physische Ursachen könne zu Schlafmangel führen.                                       Shutterstock.com / George Rudy

Physische Ursachen liegen zumeist in den äußeren Umständen des Schlafenden begründet. Dabei kann es sich um Licht oder Lärm sowie die falsche Ausstattung des Bettes oder Schlafzimmers handeln. Schichtarbeit, speziell in wechselnden Schichten, stört den Schlafrhythmus erheblich, daher solltest Du Wechselschichten soweit möglich vermeiden.

Auch später Konsum von Koffein, übermäßiger Alkoholgenuss oder Substanzmissbrauch begünstigen Schlafstörungen, die zu Schlafmangel führen. Sowohl einige Medikamente als auch chronische Schmerzen haben oft Schlafprobleme zur Folge. Blaues, kurzwelliges Licht von Smartphones, PC’s oder TV-Geräten in der letzten Stunde vor dem Zubettgehen kann den Schlafbeginn verzögern, da es sich hemmend auf die Melatoninproduktion auswirkt.

Eine relativ häufig vorkommende Erkrankung ist die sogenannte Schlaf-Apnoe, die in unterschiedlichen Formen vorliegen kann. Als chronische Störung beeinträchtigt sie den Schlaf erheblich, da es immer wieder zu Atemaussetzern kommt. Diese Atemstillstände führen zu unbewusstem Aufwachen und deutlich verminderter Schlafqualität. Wenn Du unter Schlafapnoe leidest, fühlst du Dich morgens zerschlagen, obwohl Du eigentlich genug geschlafen hast. Da Schlafapnoe als erheblicher Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen gilt, ist eine Abklärung in diesem Fall besonders dringend. 

Viele andere körperliche Erkrankungen beispielsweise des Herz-Kreislaufsystems, Krebs oder Hormonstörungen können Schlafstörungen und dadurch bedingt Schlafmangel verursachen. Auch das Restless-Legs-Syndrom – ein starker, anhaltender Bewegungsdrang in den Beinen und Füßen – führt zu derartiger Erschöpfung. Seltener sind neurologische Erkrankungen wie Kataplexien und Narkolepsien, bei denen es zu Schlafanfällen mit Lähmungen am Tag und nicht erholsamem Schlaf bei Nacht kommt.

3.Psychische Ursachen

Auch psychische Probleme können Schlafmangel hervorrufen.
Psychische Umstände sorgen ebenfalls für Schlafmangel.                                       Shutterstock.com / Rawpixel.com

Zu den psychischen Umständen, die zu Schlafmangel führen, zählen vor allem Stress und Grübeln sowie aufreibende Beschäftigung vor dem Schlafen. Hier können gesellschaftliche Anforderungen oder hoher Medienkonsum ebenfalls eine Rolle spielen. Auch persönliche Belastungen können Schlafstörungen und Einschlafprobleme verursachen. Sehr häufig tritt Schlafmangel in Verbindung mit Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen, gelegentlich auch gemeinsam mit Angststörungen, auf.

Neben den genannten existiert eine Reihe primärer, also alleiniger Schlafstörungen. Zu diesen zählen Veränderungen des Schlafverhaltens wie Schlafwandeln oder schwere, wiederholte Albträume.

4.Physische und psychische Folgen von Schlafmangel

Schlafmangel bringt viele Folgen mit sich.
Schlafmangel bringt viele Folgen mit sich.                                                                           Shutterstock.com / nd3000

Im Akutzustand sind die Schlafmangel Folgen oft Nervosität, Reizbarkeit und Schmerzempfindlichkeit. Schlechte Laune und eine geringere Leistungsfähigkeit wirken sich bei vielen Betroffenen auch negativ auf die Arbeitsleistung aus. Die Konzentration sinkt stark – je nach Intensität und Dauer des Schlafmangels vergleichbar mit einem Alkoholpegel von 0,6-1 Promille. Auch die Gedächtnisleistung sowie Hör- und Sehfähigkeit sind oft beeinträchtigt.

Schwerwiegend ist auch die Neigung zum Sekundenschlaf, die mit zunehmendem Schlafmangel ebenfalls ansteigt. Insbesondere für Berufskraftfahrer oder Pendler und für Personen, die Maschinen bedienen, geht hiervon eine große Gefahr aus. Vermutungen nach sind bis zu 25 % aller Unfälle durch Sekundenschlaf bedingt. Wenn Du als Unfallverursacher zuvor von Deiner Neigung zum Sekundenschlaf oder einer entsprechenden Erkrankung gewusst hast, machst Du Dich strafbar. In diesem Fall verweigert nicht nur die Versicherung eine Zahlung, es kann auch zu einer Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise Tötung kommen.

Auf lange Sicht kann Schlafmangel Depressionen und ein Burnout-Syndrom begünstigen, auch Stimmungsschwankungen sind häufig. Schlafmangel führt zudem zu einer Erhöhung des Cortisol- und Insulinspiegels. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzerkrankung zu erkranken, bei chronischen Mangelzuständen doppelt so hoch wie der Durchschnitt. Das Risiko, eine Diabetes Erkrankung zu entwickeln, steigt auf das Dreifache. Hinzu kommen häufigere Infektionserkrankungen, bedingt durch die schlechtere Immunabwehr.

5.Behandlung

Den Gründen für Schlafmangel kann entgegengewirkt werden.
Schlafmangel kann behandelt werden.                                                                        Shutterstock.com / BlurryMe

Bei einem Schlafmangel solltest Du zunächst auf die Regeln der Schlafhygiene achten. Nach ihnen kannst du Deine Lebensführung überprüfen und mögliche Störfaktoren beseitigen, sodass Du wieder erholsam schlafen kannst. Nicht jeder Punkt ist für jeden Betroffenen ausschlaggebend – hier ist Ausprobieren gefragt. Allerdings bedürfen Veränderungen auch einer gewissen Konsequenz und Kontinuität – Du solltest sie mindestens über mehrere Wochen durchhalten, damit sie eine Wirkung zeigen können.

Sind äußere Störungen ausgeschlossen, lohnt ein Blick in die eigene Seele: Gibt es ungelöste Probleme, Sorgen oder Belastungen aus der Vergangenheit? In diesen Fällen kann Dir ein Psychotherapeut helfen, die Ursachen zu bekämpfen. Wenn du die Ursache deines Schlafmangels hingegen nicht nachvollziehen kannst, solltest du nicht zu lange mit einem Arztbesuch warten. Er kann durch sorgfältige Anamnese und mittels spezieller Fragebögen nach dem Grund der Schlafprobleme forschen. Unter Umständen ist auch eine Überweisung an ein Schlaflabor notwendig, um die genaue Ursache zu finden.

Wichtig zu wissen, ist, dass Schlafmangel ein häufiges Problem ist, das von Dir nicht unterschätzt werden darf. Während ein oder zwei schlechte Nächte noch kein Grund zur Sorge sind, können sich langandauernde Schlafprobleme sehr negativ auf Dein Leben und Deine Gesundheit auswirken. Die meisten Schlafschwierigkeiten sind jedoch gut zu behandeln.

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