Migräne mit Aura kann die Lebensqualität massiv einschränken

Patienten klagen oft, dass ihre Migräne von Aura begleitet wird. Das bedeutet, dass einige Symptome die kommenden Kopfschmerzen bereits im Vornherein ankündigen. Wie diese aussehen können, erfährst Du im Artikel.

Migräne, der meist halbseitige Kopfschmerz mit pochendem Charakter, tritt oft anfallartig und bei vielen Betroffenen in regelmäßigen Intervallen auf. Die Ursachen für diese Art Gewitter im Gehirn liegen auch heute noch weitgehend im Dunkeln. Vermutet werden genetische Faktoren, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder das Fehlen bestimmter Botenstoffe, sogenannter Neurotransmitter, für die korrekte Übertragung von Nervenimpulsen in der Großhirnrinde. Da eine kausale, also ursachenbezogene Therapie für die Patienten oftmals nicht möglich ist, kann Migräne in der Regel bloß symptomatisch behandelt werden.

Migräne ist nicht gleich Migräne, es sind verschiedene Formen zu unterscheiden. Jeder, der an dieser besonderen Kopfschmerzform leidet, sollte durch eine umfängliche allgemeinmedizinische aber insbesondere auch neurologische Diagnostik genau abklären lassen, welche Migräneform genau vorliegt. Denn oftmals begleitet diese Erkrankung Menschen über Jahre, Jahrzehnte oder sogar ein Leben lang.

Migräne mit Aura hat häufig einen chronischen Verlauf

Der Begriff Aura kommt von der griechischen Göttin der Morgenröte.Migräne verläuft meist chronisch.                                                                                Shutterstock.com / Grycaj

Moderne Migränemedikamente können Anfallhäufigkeit und Intensität einer Migräneattacke oft lindern. Dies funktioniert aber leider längst nicht bei allen Betroffenen. Oftmals ist bei der Behandlung sehr viel Geduld gefragt, da jeder Patient unterschiedlich auf Behandlungen reagiert. Die Patienten kennen ihr Leiden in der Regel am besten und wissen mit der Zeit einzuschätzen, welche therapeutischen Maßnahmen sinnvoll und hilfreich sind und welche nicht.

Die besondere Form der Migräne mit Aura geht dem eigentlichen Kopfschmerzanfall zeitlich gesehen voraus. Durch diese Frühsymptome kann ein Betroffener also ziemlich genau einschätzen, dass eine neue Migräneattacke kurz bevorsteht. Der Begriff Aura kommt aus der griechischen Sprache und ist abgeleitet von Aurora, der Göttin der Morgenröte. Dargestellt wird Aurora auf vielen Zeichnungen und Skripten als eine Art Sonnenaufgang früh am Morgen. Und derart, wie die aufgehende Sonne einen neuen Tag ankündigt, verheißt die Aura in Form ganz bestimmter Symptome einen neu auftretenden oder kurz bevorstehenden Migräneanfall.

Die Migräneaura kündigt eine neue Kopfschmerzattacke an

Betroffene schildern die Migräne mit Aura als klopfenden und pochenden Schmerz.Bevor die eigentliche Migräne eintritt, spüren Betoffene bereits die Aurasymptome. Shutterstock.com / Impact Photography

Patienten, welche von einer Migräne mit Aura betroffen sind, schildern die entsprechenden Symptome meist einige Zeit, bevor die eigentliche Migräneattacke mit den typischen halbseitigen Kopfschmerzen auftritt. Die Symptome der Aura können aber auch während eines Migräneanfalls unverändert persistieren oder sich sogar verschlimmern. Dann verschwinden die Aurasymptome auch erst wieder mit dem Ende des gesamten Migräneanfalls. Die Mehrzahl der Patienten, welche unter einer Migräne mit Aura leiden, schildern die typischen Frühsymptome jedoch kurz bevor die eigentliche Migräneattacke auftritt.

Hat dann die Migräne begonnen, verschwinden die Aurasymptome wieder, an ihre Stelle treten jetzt die typischen halbseitigen Kopfschmerzen mit klopfendem oder pochendem Charakter. Neurologen verstehen unter einer Migräneaura eine anfallartige Störung des vegetativen Nervensystems, welche für gewöhnlich 5-60 Minuten andauern kann. Die Aurasymptome können dabei sowohl einzeln und nacheinander, als auch im Konglomerat, also zusammen, auftreten. Dies ist von Patient zu Patient verschieden.

Typische Symptome einer Migräne mit Aura

Ein weit verbreitetes Symptom der Migräne mit Aura sind Sehstörungen.Ein weit verbreitetes Symptom der Migräne mit Aura sind Sehstörungen.            Shutterstock.com / vijaifoon13

Zu den Migräne-Symptomen gehören Sehstörungen. Immerhin 99 % der Betroffenen berichten davon in den unterschiedlichsten Ausprägungsgraden. Typisch ist das vorübergehende Nachlassen der Sehkraft, auch als Gesichtsfeldausfall bezeichnet. Die Patienten leiden also bei der Migräne mit Aura unter verschiedenen Bildstörungen und nehmen dabei beispielsweise sich immer weiter ausbreitende Vierecke oder blendende Kreise wie in einem Nebel wahr. Typisch ist auch das Sehen von Zickzacklinien, wie von einer Art Sternschnuppe oder Blitzlichter.

Diese mannigfaltigen Sehstörungen treten unabhängig davon auf, ob während der Migräne mit Aura die Augen offen oder geschlossen sind. Während der Migräneaura sind die Patienten zumeist sehr empfindlich gegenüber Licht oder Geräuschen der Außenwelt. Es tut den allermeisten Betroffenen daher sehr gut, sich wenigstens vorübergehend in einen abgedunkelten und kühlen Raum zurückzuziehen und die Stirnpartie zu kühlen. Erst, wenn die Aura und nachfolgend die einseitigen Kopfschmerzen nachlassen, können die Betroffenen wieder am normalen Leben teilnehmen. Bei einem geringen Prozentsatz der Patienten mit Migräne mit Aura treten nur geringe oder gar keine Kopfschmerzen auf.

Die bei einer Migräne auftretenden Sprachstörungen sind vorübergehender Natur

Sprachstörungen können ebenfalls bei einer Migräne mit Aura auftreten.Auch Sprachstörungen sind Folgen einer Migräne mit Aura.                                   Shutterstock.com / fizkes

Darüber hinaus können zusätzlich zu den Augensymptomen bei Migräne mit Aura auch ausgeprägte Gefühlsstörungen auftreten. Beschrieben werden dabei sogenannte Parästhesien, also ein Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln in Wangen, Armen, Beinen oder Händen. In ausgeprägten Fällen kann eine Migräne mit Aura sogar zu Sprachstörungen mit Schwierigkeiten der Wortfindung führen.

Die Symptome ähneln dann vorübergehend denen eines Schlaganfalls. Bevor die Diagnose Migräne mit Aura endgültig bestätigt werden kann, sollten andere Erkrankungen des Auges sicher ausgeschlossen werden können. Sehstörungen vor einer Migräne können auch Ausdruck einer Durchblutungsstörung oder anderer Augenkrankheiten sein. Bei dem Vollbild einer Migräne mit Aura ist auch immer die diagnostische Abgrenzung zu einem Schlaganfall von Bedeutung. Die Migräne mit Aura gehört zu den Verlaufsformen mit besonders ausgeprägtem Schweregrad.

Die Behandlung, welche sich optimalerweise aus einer Kombination von Schulmedizin und Naturheilverfahren ergibt, ist jedoch in der Regel dieselbe wie bei anderen Migräneformen, wie zum Beispiel der Augenmigräne. Wurden bestimmte Auslöser einer Migräne mit Aura diagnostisch erkannt, so müssen die Betroffenen zukünftig diese sogenannten Trigger möglichst vermeiden, um erneuten Migräneanfällen wirksam vorbeugen zu können. Dies ist jedoch, auch vor dem Hintergrund einer genetischen Mitbeteiligung, nicht in allen Fällen möglich.

 

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