Stress am Arbeitsplatz und die Folgen für die Gesundheit

Langanhaltender Stress kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Was genau dabei mit dem Körper passiert und was dagegen getan werden kann, wird im Folgenden erläutert.

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren massiv gewandelt - mit gravierenden Folgen für Arbeitnehmer. Stichworte wie ständige Erreichbarkeit, Termindruck und das daraus entstehende Gefühl der Überforderung sind vielen Arbeitnehmern heute geläufig. Aber wann werden diese Zustände wirklich zum Problem, wie genau entsteht Stress und wie kann man sich gegen die Folgen wehren?

Das Handy ist heute ein ständig präsentes Medium. In jeder freien Minute ist der Mensch online, ruft Nachrichten ab, kauft nebenbei ein oder daddeln vor sich hin. Im Büro werden die E-Mails wie nebenbei angesehen und am besten gleich beantwortet. 

Fremdbestimmung durch Handy & Co.

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Am Arbeitsplatz sehnen sich viele nach einem strukturierten Arbeitsumfeld, das sie selbst gestalten können. Feste Strukturen und Abläufe geben Sicherheit. Unterbrechungen, wie dringende Mails des Chefs, ungeplante neue Aufgaben, die sofort erledigt werden müssen oder ein spontanes Meeting stören diesen persönlichen Arbeitsplan. Die Folge sind Zeitprobleme, durcheinander geratene Strukturen und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und überfordert zu sein. 

Die neuen Medien ermöglichen rein technisch eine ständige Erreichbarkeit und so verschwimmen Arbeits- und Privatwelt zunehmend. Durch gestiegenen Wettbewerb und Leistungsdruck denken viele Arbeitnehmer, rund um die Uhr für den Vorgesetzten erreichbar sein zu müssen. So werden auch nach Feierabend E-Mails beantwortet oder Projekte bearbeitet. Die so wichtigen Ruhe- und Auszeiten abseits des Büros werden minimiert oder fallen ganz weg - der Körper hat keine Zeit mehr, um zu regenerieren und neue Kraft zu tanken. 

Frustration und Eskalation

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Solange es sich um einzelne Events handelt, sind keine langfristigen Folgen zu erwarten. In jeder Beziehung, an jedem Arbeitsplatz geht es mitunter hoch her, aber in absehbarer Zeit kehrt wieder der Alltag mit all seinen Vorzügen und positiven Eindrücken ein. Entsteht daraus aber ein Dauerzustand, steigt damit das Risiko für gesundheitliche Probleme. Besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen finden hier eine häufige Ursache. Die ständige Anspannung durch zu enge Taktungen erhöht die Herz-Frequenz, verengt die Blutgefäße und verkrampft die Muskulatur. Die Folge sind ein andauernd erhöhter Blutdruck, Arteriosklerose, muskuläre Probleme bis hin zu Herzinfarkt oder Bandscheibenproblemen.

Das Immunsystem und die nächtliche Zellreparatur

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Eine weitere Folge ist eine Unterfunktion des Immunsystems. Durch die ständige Überlastung, das Leben in Anspannung und unter Hochdruck fehlt der Ausgleich durch Ruhephasen. Der Organismus befindet sich in einem dauernden Alarmzustand, kann nicht entspannen. Dies hat zur Folge, dass der Schlaf ausbleibt und am nächsten Tag die Belastung von vorne beginnt. Die Anspannung verstärkt sich mehr und mehr. Gerade im Schlaf oder in Ruhephasen regeneriert aber der Organismus, Lernprozesse werden hier verstärkt und notwendige Reparaturaufgaben ausgeführt. Die Zellen erneuern sich gerade im Schlaf, und dieser Prozess beugt Erkrankungen vor.

Zusätzlich wird das Immunsystem besonders in Ruhephasen aktiv, weil dann der Blutdruck sinkt und für die körpereigene Abwehr Ressourcen frei werden. Beide Probleme zusammen können Erkrankung begünstigen. Denn ohne die nötige Abwehr und eine funktionierende und aktive Reparaturabteilung sind gesundheitlichen Problemen Tür und Tor geöffnet.

Wenn die Psyche leidet

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Aber nicht nur körperliche Probleme sind die Folge. Die Psyche leidet oft zuerst und besonders unter den Belastungen, für die es oft keine Abhilfe gibt. Folgen von langanhaltendem Stress beginnen bei Erschöpfungsgefühlen und Überforderung und reichen bis hin zu Depressionen oder einem Burnout. Es können langanhaltende oder sogar dauerhafte psychische Beschwerden entstehen, die ein normales Arbeitsleben nicht mehr möglich machen. Eine Folge dieser Überforderungen können Depressionen sein. Sie entstehen aus dem Gefühl, trotz aller positiven Aktivität macht- und hilflos zu sein.

Deshalb ist Stressmanagement auch im betrieblichen Kontext wichtig, um aufkeimende Probleme rechtzeitig wahrzunehmen. Es gilt, dauernde Zustände der belastenden Anspannung möglichst zu vermeiden und auf den Arbeitsalltag strukturierend einzuwirken. Zum effektiven Stressabbau gehören das Ausschalten sogenannter Stressoren, die Reorganisation von Arbeitsabläufen und das Schaffen von Ruhephasen. Auch und besonders der einzelne Mitarbeiter ist gefordert, immer wieder achtsam zu bleiben, den persönlichen Zustand wahrzunehmen und in kritischen Situationen selbstregulierend einzugreifen.

Was Unternehmen tun können

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Die Unternehmen sollten eine übermäßige Belastung der Beschäftigten vermeiden. Unter anderem können Mitarbeitern Home-Office-Modelle, Beschäftigungen in Teilzeit und Sabbaticals angeboten werden. Der Erfolg ist eindeutig nachweisbar, da Fachkräfte teilweise ganz bewusst Unternehmen wählen, in denen es solche Angebote gibt. 

Eine weitere effektive Maßnahme bietet die Implementierung von Gesundheitsmaßnahmen im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Darunter fallen nicht nur Maßnahmen zur Förderung des körperlichen Wohlbefindens, auch mentale Gesundheit und Stressmanagement sind wichtige Aspekte. 

 

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