BGM nach Corona: Wie die Krise Gesundheitsmanagement verändert

Die Corona-Pandemie hat Unternehmen kalt erwischt - und das unabhängig von Branche, Standort oder Größe. Das Thema Gesundheit hat sich aktuell zu dem Unternehmens-KPI für Erfolg entwickelt. Der Schutz der Mitarbeiter und damit der Wirtschaftlichkeit rückt in den Fokus. Gerade aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Infektionen im betrieblichen Kontext ein sensibles wie wichtiges Thema sind. Dabei spielt Betriebliches Gesundheitsmanagement eine entscheidende Rolle. Wir zeigen, welchen Anforderungen BGM nach Corona gerecht werden muss.

Mit der Corona-Krise bieten sich für das Betriebliche Gesundheitsmanagement neue Chancen, da in kaum einem Unternehmen die Gesundheit jemals wichtiger war als heute. Jeder Arbeitgeber stellt spätestens mit dem ersten Auftreten von Corona-Infektionen im eigenen Unternehmen fest, was es bedeutet, wenn Mitarbeiter schlagartig ausfallen oder Quarantäne-Maßnahmen ergriffen werden müssen. Es scheint endlich ein Bewusstsein zu entstehen, dass die Gesundheit der Mitarbeiter langfristig auch die wirtschaftliche Gesundheit des Unternehmens sichert.

Besonders in Krisenzeiten spielt BGM eine große Rolle und es ist wichtig, rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.Das betriebliche Gesundheitsmanagement steht zur Zeit aufgrund der Covid-19-Krise im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Doch wie sieht BGM nach Corona aus?

BGM rechnet sich und wird zur Chefsache

Auch wenn die Ergebnisse verschiedener Studien variieren, zeigen sie klar, dass sich jeder in die Mitarbeitergesundheit investierte Euro für das Unternehmen rechnet. Im Mittel liegt der ROI (Verhältnis zwischen investiertem Kapital und Gewinn) bei 1:2,73. Gerade zeigt sich, dass Unternehmen, die frühzeitig in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investiert haben, heute schneller wieder hochfahren können und damit explizite Wettbewerbsvorteile erzielen. Das Management wird zunehmend an der Krisenfestigkeit seines Unternehmens gemessen und sieht, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement einen entscheidenden Einfluss hat.

Gesellschaftlich hat Gesundheit einen so hohen Stellenwert erlangt und die öffentliche Diskussion bestimmt, dass ein klarer Wertewandel diesbezüglich zu erkennen ist. Gemeinkosten auf Seiten der Arbeitgeber zur Erhaltung der Gesundheit sind nicht länger nur möglich, sondern nötig. Daher gewinnt BGM nach Corona noch einmal an Bedeutung und Stellenwert. Das weiß auch der Staat und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen. So kann ein Unternehmen 600 Euro pro Arbeitnehmer und Kalenderjahr steuerfrei zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und für die Betriebliche Gesundheitsförderung der Mitarbeiter erbringen. Geregelt ist dies in § 3 Nr. 34 EStG. Auch Krankenkassen unterstützen Unternehmen bei der Finanzierung von BGM-Maßnahmen. Sie kommen dabei ihrem ihrem gesetzlichen Auftrag der im Sozialgesetzbuch V §20 festgelegten Aufgaben in der Prävention nach. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen dem im GKV-Leitfaden Prävention niedergeschriebenen inhaltlichen Handlungsfeldern und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung entsprechen.

Wellabe unterstützt gerne beim Aufsetzen eines solchen Prozesses und der Koordination mit den Krankenkassen. Gerade aktuell kann es sinnvoll sein, Kontakt zu den BGM-Beratern der Krankenkasse aufzunehmen, um noch vorhandene Budgets zur Unterstützung in der aktuellen Zeit zu erhalten. Weitere Informationen zum Aufbau eines BGM nach den Richtlinien der Krankenkassen finden Sie in unserem Whitepaper. 

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Psychische Faktoren rücken in den Fokus

Die Corona-Krise hat Arbeitnehmer psychisch ganz besonders gefordert. Viele sahen sich dem Risiko von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit gegenüber, verharrten wochenlang während des Lockdowns in Isolation und kämpfen mit der ständigen Angst um die eigene Gesundheit und die von Familie und Freunden. Diese zusätzlichen psychischen Belastungen sollen Arbeitgeber beim BGM nach Corona berücksichtigen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat diesen Punkt daher explizit in den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards verankert.

Negative Folgen des Coronavirus im Bezug auf den Arbeitnehmer sind zu einem großen Teil psychischer Natur. Dauerhafte Isolation und die ständige Angst um sich und andere stellen eine hohe psychische Belastung dar.Die ständige Arbeit im Home-Office ist sowohl eine psychische als auch physische Belastung. Der fehlende Kontakt zu Mitmenschen kann beispielsweise Depressionen auslösen.

Neben der psychischen Gefährdungsbeurteilung sollte auch Betriebliches Gesundheitsmanagement zukünftig verstärkt auf weitere Aspekte eingehen. Idealerweise fußen Initiativen auf den drei Säulen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit. Arbeitgeber sollten sicherstellen, dass sich Arbeitnehmer nicht alleine gelassen fühlen und beispielsweise virtuelle Sprechstunden ins Leben rufen, in denen Arbeitnehmer ihre Sorgen teilen können. Auch bereitgestellte Übungen zu Achtsamkeit, Stressbewältigung und bewusster Entspannung sowie die Zusammenarbeit mit Drittanbietern in diesem Segment sind sinnvoll. In der wellabe App finden Nutzer spezielle Inhalte zur Steigerung der Resilienz oder zur progressiven Muskelentspannung, die sich in den Alltag integrieren lassen. Zudem arbeitet wellabe mit zertifizierten Drittanbietern, wie z.B. Selfapy und 7 Minds, zusammen.

BGM kann verzahnt mit der internen Kommunikation zudem informelle Strukturen für einen regelmäßigen Austausch unter den Mitarbeitern schaffen. Es gilt, den sonst üblichen Austausch in der Kaffeeküche oder in Mittagspausen abseits klassischer Arbeitsthemen zu kompensieren. Dies kann beispielsweise durch gemeinsames virtuelles Kochen in der Mittagspause oder virtuelle Teamevents (außerhalb der Arbeitszeiten) geschehen. Über die wellabe App können Arbeitgeber verschiedene Teamchallenges ins Leben rufen, mit denen sich die Mitarbeiter untereinander motivieren und an einem gemeinsamen Ziel arbeiten können. 

BGM wird digital 

Wenn die Mitarbeiter im Home-Office sind, laufen viele BGM-Angebote im Betrieb ins Leere. Auch nach den offiziellen Lockdowns wird sich der Bezug zu Präsenzarbeitsplätzen grundlegend verändern. Verantwortliche wissen, dass BGM nach Corona zunehmend digital und dezentral funktionieren muss. Es ist elementar, beispielsweise übers Intranet oder Apps digitale Kanäle zu etablieren, über die Mitarbeiter auch zuhause zu erreichen sind. Es gilt, Prozesse und Strukturen des BGM zu digitalisieren und softwaregestützt umzusetzen.

Die neuen Nutzungsszenarien müssen sich auch in passgenauen Inhalten widerspiegeln, die Mitarbeiter in ihrer neuen Arbeitswelt unterstützen. Das können beispielsweise Hinweise zur Einrichtung eines Arbeitsplatzes zuhause oder Fitnessübungen sein. Auch telemedizinische Angebote gewinnen an Aufwind, da sie die Mitarbeiter gerade aktuell vor überfüllten Wartezimmern und dortigen Ansteckungsrisiken schützen.

Betriebsärzte können während Pandemien wie Covid-19 auch online helfen und Mitarbeiter unterstützen.In Krisenzeiten empfiehlt sich bezüglich eines Betriebsarztes ein telemedizinisches Angebot. So können allgemeine Fragen und Risikofaktoren besprochen werden.

Unternehmen mit eigenem Betriebsarzt sollten für eine entsprechende technische Machbarkeit sorgen. Kleinere Unternehmen können mit Partnern in diesem Bereich zusammenarbeiten. So profitieren wellabe Kunden gerade in der aktuellen Krise von dem telemedizinischen Angebot, das sie ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen können. Auf diesem Weg können sowohl die eigenen Werte aus dem Check-up, mögliche Risikofaktoren, als auch allgemeine Fragestellungen besprochen werden.

BGM wird zunehmend von Arbeitnehmern gefordert

Viele Menschen machen sich gerade mehr Sorgen um ihre Gesundheit als dies in der Vergangenheit der Fall war - und das tun sie auch in ihrer Rolle als Arbeitnehmer. Daher fordern sie auch im betrieblichen Kontext entsprechende Maßnahmen des BGM nach Corona ein. Gesundheitsinitiativen werden besonders wertgeschätzt und laden die Arbeitgebermarke positiv auf. Gerade in Krisenzeiten suchen  Mitarbeiter nach Vorgesetzten, die sie mit ihren Sorgen nicht alleine lassen. Einer von uns initiierten Umfrage zufolge sehnen sich Arbeitgeber wie -nehmer vor allem nach Angeboten, die der aktuell herrschenden Unsicherheit begegnen. Darunter fallen auch unsere Gesundheits-Check-ups am Arbeitsplatz, die die eigenen Risikofaktoren identifizieren und Handlungsempfehlungen geben, diese aktiv zu verbessern und sich so auch vor einem schweren Infektionsverlauf mit Covid19 zu schützen.

Auch die Nachfrage nach Covid19-Antikörpertests ist insbesondere auf Arbeitnehmerseite sehr hoch. Viele hatten in den zurückliegenden Wochen Symptome einer Erkältung oder Grippe und fragen sich, ob sie nicht vielleicht doch schon vom Covid-19-Virus betroffen waren. Arbeitgeber tun gut daran, den Sorgen ihrer Mitarbeiter Gehör zu schenken und BGM nach Corona auch auf die Wünsche und Anforderungen der Belegschaft abzustimmen.

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Zudem sollten auch verantwortliche Abteilungen innerhalb des Unternehmens in einen engen Austausch treten und BGM nicht isoliert betrachten. Gerade in Hinblick auf Pandemieplanungen und die sichere und gesunde Gestaltung des Arbeitsplatzes, müssen Verantwortliche aus BGM, Arbeitsschutz und HR Hand in Hand gehen.

BGM wird agiler und nachhaltiger 

Die Krise hat gezeigt, dass Unternehmen oft unvorhergesehenen Herausforderungen gegenüber stehen - auch das BGM nach Corona muss lernen, damit umzugehen und sich in Krisenzeiten als elementarer Bestandteil zur Bewältigung eben solcher zu etablieren. Das bedeutet, bestehende BGM-Angebote agil an neue Begebenheiten anpassen zu können. Im konkreten Fall kann das beispielsweise die Unterstützung im Bereich des Arbeits- und Infektionsschutzes sein.

Zudem sollte BGM nach Corona agil die Herausforderungen, denen sich Arbeitnehmer heute gegenübersehen, in den Mittelpunkt stellen - diese können sich durchaus innerhalb weniger Tage verändern. So verschwimmen aktuell beispielsweise im Home-Office zunehmend die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben und vielen Menschen mangelt es bisher an Kompetenzen, um Arbeiten und Leben in einem integrativen Lebensstil zu vereinen. BGM sollte inhaltlich auch hier anknüpfen und versuchen, diese Bewältigungskompetenz bei den Mitarbeitern zu schaffen. 

Sobald die Akutphase der Krise überstanden ist, gilt es, BGM nachhaltiger anzugehen. In der Vergangenheit zeigte sich, dass sich viele Unternehmen bereits BGM auf die Fahne schrieben, ohne dass dem wirklich ein systematisches Konzept zugrunde lag. Es handelte sich vielmehr um aneinandergereihte Einzelmaßnahmen, die weder einem konkreten Ziel folgten noch einen nachhaltigen Einfluss auf die Firmengesundheit ausmachten.

Künftig wird BGM noch deutlicher am Erfolg gemessen werden, d.h. es sollte eine detaillierte Analyse der Ziele und Zielgruppen zugrunde liegen, die anschließend mit passgenauen Maßnahmen erreicht werden. Es gilt, ein Konzept zu erarbeiten, dass einen Großteil der Mitarbeiter erreicht und nachhaltig in die Unternehmensstrategie integriert wird. So kann BGM nach Corona dabei helfen, Mitarbeiter nach einer möglicherweise langen Zeit im Home-Office wieder an Bord zu holen und langfristig ans Unternehmen zu binden - und das motiviert und gesund.

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