COPD Lungenerkrankung - Ursachen, Entstehung, Symptome und Behandlung

COPD ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung, die auch im Zuge der Corona-Pandemie aktuell noch einmal vermehrt in den Fokus rückt. wellabe zeigt, wodurch die Lungenkrankheit COPD verursacht wird, woran Du Symptome erkennst und wie diese behandelt werden.

Der Name COPD leitet sich aus der englischen Bezeichnung chronic obstructive pulmonary disease ab und bezeichnet eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Obstruktiv bedeutet dabei, dass die Atemwege verengt und entzündet sind und dadurch der Luftstrom - vor allem beim Ausatmen - behindert wird. Unter COPD fällt in der Regel eine Kombination aus einer chronisch-obstruktiven Bronchitis und einem Lungenemphysem. Von einer chronischen Bronchitis spricht man, wenn die Symptome in Form von Schleim in der Lunge sowie Husten und Auswurf in zwei aufeinanderfolgenden Jahren für mindestens drei Monate auftreten. Bei einem Lungenemphysem hingegen wird die Wandstruktur der Lungenbläschen zerstört und die Lufträume erweitert; die Lunge wird so überbläht. Erreichen die Krankheiten das fortgeschrittene Stadium einer COPD lässt sich der Zustand in der Regel nicht mehr umkehren. Aktuell leiden an dieser Krankheit rund 200 Millionen Menschen - sie zählt damit zu den am meisten verbreiteten Krankheiten weltweit. 

COPD Ursachen und Entstehung 

Grundsätzlich können alle reizenden Umweltstoffe, die eine Entzündung der Lunge fördern, eine COPD bedingen. Die Hauptursache stellt dabei das Rauchen dar. Rund 90 % aller an COPD Erkrankten sind Raucher oder haben einen Großteil ihres Lebens geraucht. Rauchen beschleunigt den normalen, altersgemäßen Abbau der Lungenfunktion und ist damit der größte Risikofaktor für eine COPD. 

Raucher mit ZigaretteJe höher der Zigarettenkonsum, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit an COPD zu erkranken / wavebreakmedia

Daneben können aber auch andere Umweltstoffe wie Feinstaub, Nitrogase und Schwefeldioxid sowie schädlicher Staub oder Rauch sein, denen Menschen teilweise an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Aber auch ein genetisch bedingter Mangel des Proteins Alpha-1-Antitrypsin oder eine angeborene Immunschwäche können COPD begünstigen. 

All diese Faktoren führen dazu, dass sich die Atemwege entzünden und die Lunge zum Schutz Schleim produziert, der normalerweise durch die sogenannten Flimmerhärchen nach Außen transportiert wird. Werden diese aber durch Schadstoffe wie Nikotin zerstört, werden sie durch ein anderes Gewebe ersetzt, das widerstandsfähiger ist und dadurch das Lungengewebe verdickt. Dadurch wird die Wand der Lungenbläschen dünner und instabiler und die Bläschen fallen bei starkem Ausatmen in sich zusammen, wodurch die Atemwege langfristig verengt werden und in Atemnot resultiert. 

Symptome

Unsere Lunge ist weit leistungsfähiger als wir denken. Im Alltag benötigen wir nur einen Bruchteil der gesamten Lungenfunktion. Daher bleibt eine schleichende Verschlechterung oft jahrelang unbemerkt. Hier kann die regelmäßige Kontrolle der Lungenfunktion Abhilfe schaffen. 

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Zu Beginn zeichnet sich COPD hauptsächlich durch einen trockenen Husten aus, der im weiteren Verlauf um Schleim in der Lunge ergänzt wird. Dies führt dann zu einem meist gelblich verfärbten Auswurf. Gerade Raucher gewöhnen sich oft an einen sogenannten Raucherhusten und ignorieren dieses Symptom als erstes Anzeichen einer COPD. 

Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto mehr verschlimmert sich auch die begleitende Atemnot - zunächst nur bei Belastungen, später auch im Ruhemodus. Daneben können auch rasselnde Geräusche beim Ausatmen oder ein Engegefühl in der Brust auftreten. Aufgrund der nicht mehr ausreichenden Lungenfunktion sind auch eine Leistungsminderung und Müdigkeit denkbar. Mit Voranschreiten der Krankheit nimmt auch die Sauerstoffaufnahme im Blut ab und kann aufgrund der einsetzenden Zyanose zu einer bläulichen Verfärbung der Haut führen. 

Kann der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr ungehindert stattfinden, machen sich die Auswirkungen auch im Rest des Körpers bemerkbar. So sind Begleiterscheinungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen des Nervensystems in späteren Stadien der Krankheit ebenfalls möglich. 

Ablauf einer Diagnose

Die Diagnose beim Arzt erfolgt zunächst anhand eines Anamnesegesprächs indem die medizinische Vorgeschichte und aktuelle Symptome abgefragt werden. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, insbesondere das Beklopfen mit den Fingern und das Abhören der Lunge mit dem Stethoskop kann hier wichtige Erkenntnisse liefern. Es folgen eine Blutentnahme, die Messung der Sauerstoffsättigung und ein Lungenfunktionstest, die sogenannte Spirometrie, bei der der Patient zu kontrollierten Atemstößen in ein Mundstück aufgefordert wird. Diese gibt Auskunft über die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Lunge und zeigt eventuell vorliegende Einschränkungen auf. Je nach Symptomatik können ergänzende Untersuchungen wie beispielsweise Belastungstests, Tests mit bronchienerweiternden Medikamenten, Röntgenaufnahmen, Bronchoskopien oder CTs durchgeführt werden. 

Junge Frau bei der COPD Diagnose beim ArztDas Abhören der Lunge kann einen wichtigen Hinweis auf eine COPD Erkrankung liefern /halfpoint

Auf Basis der gesammelten Daten wird anschließend eine sogenannte GOLD Klassifizierung vorgenommen. GOLD steht für die Global initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. Der Schweregrad richtet sich dabei nach der Ausprägung der Atemwegsverengung, dem Ausmaß der Symptome und der Anzahl akuter Verschlechterungen. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Stadien, die auf der sogenannten Einsekundenkapazität beruhen (FEV1). Diese gibt das größtmögliche Lungenvolumen an, das innerhalb einer Sekunde maximal ausgeatmet werden kann. 

  • Stadium Gold I

Die Einsekundenkapazität liegt hier noch bei 80 % und mehr des Normalwertes; eine Einschränkung der Lungenfunktion wird kaum bis gar nicht wahrgenommen. Betroffene bemerken eine COPD Erkrankung eher selten zu einem solch frühen Zeitpunkt. 

  • Stadium Gold II 

Hier nehmen Patienten bereits eine Verschlechterung ihrer Lungenfunktion wahr, der FEV1 entspricht nur noch circa 50 - 79 % des Normalwerts. 

  • Stadium Gold III

In diesem Stadium liegt die Einsekundenkapazität bei 30 - 49 % und die Patienten bemerken bereits deutliche Einschränkungen bei alltäglichen Bewegungen.

  • Stadium Gold IV

Bei diesem weit fortgeschrittenen Verlauf sind weniger als 30 % der Einsekundenkapazität vorhanden und es tritt auch bereits in Ruhephasen Atemnot auf. 

Zusätzlich zu diesen Stadien berücksichtigt die Diagnose wie oben bereits beschrieben auch die Häufigkeit von Verschlechterungen sowie Symptome wie Atemnot oder körperliche Belastbarkeit, die mittels Fragebogen erhoben werden. So ergeben sich wiederum vier Gruppen: A, B, C und D. Aus diesen beiden Werten lässt sich der aktuelle Gesundheitszustand kategorisieren und auf Basis dessen die geeignete Therapie ableiten. 

Behandlung von COPD

Eine COPD Erkrankung kann in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden, daher konzentriert sich die Therapie darauf, die Symptome zu lindern und Verschlechterungen vorzubeugen, um Komplikationen zu vermeiden und den allgemeinen Gesundheitsstatus, sowie die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Da viele der Betroffenen Raucher sind, ist häufig ein Nikotinentzug der erste wichtige Schritt in der Behandlung von COPD. Vielen Erkrankten hilft außerdem das Inhalieren von Kochsalzlösung. Daneben lernen Betroffene im Rahmen einer Schulung richtige Atemtechniken und das rechtzeitige Erkennen von Symptomen, die auf eine Verschlechterung hindeuten. 

Die Therapie wird je nach Schweregrad auch medikamentös begleitet. In Frage kommen beispielsweise Medikamente zur Linderung der Entzündung, zur Abschwellung oder zur Erweiterung der Bronchien, um die Atemnot zu verringern. Auch das Inhalieren mit Kortison, um die langfristige Entzündungsneigung der Atemwege zu senken, gehört zu den gängigen Therapieformen. Während die medikamentöse Behandlung zunächst nur im Akutfall stattfindet, werden Medikamente bei späteren Stadien auch dauerhaft eingesetzt und meistens sogar als 2er- oder 3er-Kombination angewendet. In letzter Instanz wird auch eine Lungentransplantation in Betracht gezogen. 

Viele Patienten verzichten aufgrund der Atemnot und eingeschränkten Leistungsfähigkeit auf sportliche Betätigung, was zu einem Muskelabbau führt. Daher ist ein gezieltes körperliches Training sehr wichtig und kann das Fortschreiten der Erkrankung mindern. In der COPD-Therapie gibt es verschiedene Programme sowie Atem- und Physiotherapie.

Zudem sind Menschen, die an COPD leiden, anfälliger für Infekte und erhalten daher Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken. Auch eine Osteoporoseprophylaxe mit Vitamin D3 und Calcium ist sinnvoll.

Gruppe macht Atemübungen zur Behandlung der LungenkrankheitAtemübungen sowie sportliche Betätigung können den Krankheitsverlauf der COPD abmildern / rido81

COPD und Covid-19 

Wichtig ist, dass Betroffene mit COPD kein höheres Risiko haben, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Es ist aber wahrscheinlicher, dass eine Infektion bei ihnen einen schwereren Verlauf nimmt. Wenn die Coronaviren in die unteren Atemwege eindringen und die Lungenschleimhaut bereits aufgrund einer bestehenden Erkrankung geschwächt ist, kann das Immunsystem die Viren schlechter bekämpfen. Daher wird Betroffenen geraten, Medikamente wie gewohnt weiter einzunehmen und sich im Alltag umso besser zu schützen und die Hygiene- und Abstandsregeln in besonderer Weise zu befolgen. Sollten Erkrankte durch das Tragen einer Maske eine verstärkte Atemnot spüren, sollten sie sich ärztlich beraten lassen, um gegebenenfalls Alternativen oder ein Attest zur Befreiung der Maskenpflicht zu besprechen. Auch das Informieren des Arbeitgebers kann sinnvoll sein, um als Risikopatient besondere Schutzmaßnahmen des Unternehmens, beispielsweise in Form bevorzugter Home-Office-Regelungen, wahrnehmen zu können. 

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