Gesundheitsförderung

Menschen sollen die Möglichkeit erhalten, durch selbstbestimmtes Handeln ihre eigenen Gesundheitschancen zu erhöhen. Genau diesem Grundsatz folgt die Gesundheitsförderung, die zum Ziel hat, persönliche, soziale und materielle Ressourcen für die Gesunderhaltung zu stärken. In welchen Bereichen die Gesundheitsförderung angewandt wird, welche Handlungsstrategien sich daraus ergeben und wie sich die Gesundheitsförderung von der Prävention unterscheidet, zeigt dieser Artikel.

Was ist Gesundheitsförderung?

Der Begriff der Gesundheitsförderung wurde 1986 in der sogenannten Ottawa-Charta der WHO (Weltgesundheitsorganisation) definiert. Man versteht darunter den Prozess, “allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen”. Dabei wird die Gesundheit ganzheitlich betrachtet und alle Aspekte mit einbezogen - darunter fällt sowohl das persönliche Verhalten, als auch soziale, ökonomische und politische Verhältnisse und Rahmenbedingungen. 

 

Warum ist Gesundheitsförderung wichtig?

Viele Krankheiten, die heute weit verbreitet in der Bevölkerung auftreten, sind durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar. Das bestätigt auch eine Studie der EU-Kommission laut welcher pro Jahr mehr als eine halbe Millionen Europäer unter 65 Jahren an Krankheiten sterben, die vermeidbar gewesen wären. Diese werden meist durch einen ungesunden Lebensstil, also beispielsweise durch ungesunde Ernährung, hohen Alkohol- und Tabakkonsum sowie unzureichend Bewegung, ausgelöst. Aber auch Umweltfaktoren wie etwa Luftverschmutzung tragen ihren Teil dazu bei. Deshalb sind vielfältige Maßnahmen im Rahmen der Gesundheitsförderung nötig, um die oben genannten Risikofaktoren möglichst gering zu halten. Dabei spielt die Aufklärungsarbeit eine sehr wichtige Rolle. Ziel ist es bei der Bevölkerung ein Bewusstsein im Bezug auf Ernährung, Bewegung und Suchtmittel zu schaffen, um Todesfälle zu minimieren.

Gesundheitsförderung: Krankheiten vermeiden durch Lebensstil-ModifikationenEinige häufig auftretende Krankheiten könnten durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden / dolgachov 

Wo wird Gesundheitsförderung angewendet?

Die Gesundheitsförderung findet in Bereichen statt, in denen sich Menschen alltäglich befinden und somit einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Der Grund dafür ist, dass diese Bereiche einen großen Einfluss auf das Leben der Betroffenen haben und somit die Gesundheitsförderung dort möglichst effektiv umgesetzt werden kann. Diese Vorgehensweise wird auch als Setting-Ansatz bezeichnet. Darunter versteht man leicht zugängliche und regelmäßige Interventionen in bestimmten alltäglichen Bereichen, wie beispielsweise im sozialen und beruflichen Umfeld aber auch in Schulen und Freizeiteinrichtungen. Dadurch dass die Betroffenen selbst aktiv handeln, um gesundheitsfördernde Maßnahmen wahrzunehmen und diese nicht nur passiv empfangen, ist diese Methode besonders nachhaltig.

Gesundheitsförderung beginnt damit bereits im Kindesalter. Das Thema Gesundheit wird den Kindern im schulischen Rahmen beispielsweise durch Unterrichts- sowie Turnstunden näher gebracht. Aber auch die Schulraumgestaltung sowie das Mittagsangebot in der Mensa werden nach dem Prinzip der Gesundheitsförderung gestaltet. Neben Anwendungsbereichen in der Freizeit bieten auch immer mehr Unternehmen eine Vielzahl von Gesundheitsförderungsmaßnahmen an. Ziel ist es, dass die Mitarbeiter gesund und damit auch motiviert und leistungsfähig bleiben. 

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Was zählt zur Betrieblichen Gesundheitsförderung?

Unter die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) fallen sämtliche Maßnahmen des Arbeitgebers, um die Gesundheit und das Wohlbefinden des Arbeitnehmers zu erhalten und zu steigern. Die Handlungsstrategie der BGF zielt im Allgemeinen darauf ab, die Gesundheit der Mitarbeiter zu steigern. Die konkreten Maßnahmen dabei sind sehr vielfältig und reichen von sportlichen Aktivitäten über begleitete Rauchentwöhnungen bis hin zur Klangschalenentspannung. Diese freiwilligen Maßnahmen zählen gemeinsam mit dem gesetzlich verpflichtenden Arbeitsschutz, Präventionsmaßnahmen und dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) (Link zu Artikel). 

Einer der wichtigsten Bestandteile in der BGF ist dabei die Ernährung. Ausgewogene und abwechslungsreiche Gerichte in der Kantine sowie Workshops zum Thema gesund kochen, richtig einkaufen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können einen erheblichen Mehrwert für Angestellte bieten. Neben der Ernährung ist die Bewegung ein weiterer wichtiger Bereich in der BGF. Sportangebote im Unternehmen und gemeinsame Sportevents, wie etwa ein Firmenlauf, können Mitarbeiter dazu motivieren, aktiv Sport zu betreiben. Auch die Bereitstellung von Stehtischen im Büro, kann eine Maßnahme zur Bewegungsförderung sein. Weitere Bereiche der BGF sind Stressminimierung, Kommunikation, Suchtprävention, Achtsamkeitstraining und Zeitmanagement. All diese Bereiche können durch diverse Vorträge, Workshops und gezielte Maßnahmen bedient und an die Unternehmen individuell angepasst werden. 

Maßnahme innerhalb der Betrieblichen GesundheitsförderungAuf das Unternehmen abgestimmte Maßnahmen im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung können zur Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter beitragen / master1305

Wie genau und in welcher Form wird Gesundheitsförderung angewendet?

Bei der Gesundheitsförderung kann man drei verschiedene Handlungsstrategien unterscheiden: Die erste Strategie ist die des anwaltschaftlichen Eintretens für die Gesundheit. Darunter versteht man die Einflussnahme von politischen, wirtschaftlichen aber auch sozialen und kulturellen Faktoren. Die zweite Strategie ist weniger von äußeren Beeinflussungen geprägt und zielt eher darauf ab, den Individuen wichtige Informationen sowie Kontaktpersonen zur Verfügung zu stellen, um diese dazu zu befähigen, selbst im Sinne ihrer Gesundheit zu handeln. Dadurch kann es gelingen durch soziale Ungleichheiten entstandene Differenzen im Gesundheitszustand zu minimieren. Bei der dritten Strategie innerhalb der Gesundheitsförderung geht es um die Vernetzung aller Beteiligten innerhalb aber auch außerhalb des Gesundheitswesens. Damit soll nicht nur die Förderung der Gesundheit des Einzelnen sichergestellt werden, sondern auch die der Gesellschaft im allgemeinen.

Was ist der Unterschied zwischen Gesundheitsförderung und Prävention?

Im Rahmen von Prävention geht es um die Vermeidung und Früherkennung von Krankheiten, man spricht hier von der Pathogenese, der Krankheitsentstehung. Der Fokus liegt hier auf der Identifikation möglicher Risikofaktoren für Krankheiten. Im Gegensatz dazu stellt die Gesundheitsförderung den Erhalt der Gesundheit in den Vordergrund und konzentriert sich auf die Salutogenese, sprich die Gesundheitserhaltung. Hier geht es um Schutzfaktoren, die die Gesundheit erhalten. Im besten Fall finden beide Ansätze verzahnt ihre Anwendung, um so gleichermaßen bestehende Risikofaktoren zu senken und Schutzfaktoren zu verbessern. 

Während Prävention in vielen unterschiedlichen Bereichen seine Anwendung findet, bezieht sich Gesundheitsförderung, wie es der Name bereits vermuten lässt, ausschließlich auf die Gesundheit von Menschen. Eng damit verbunden ist jedoch der Begriffe der Krankheitsprävention, denn beide Konzepte haben das Ziel, die allgemeine Gesundheit in der Gesellschaft zu bewahren und zu fördern. 

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