Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) und ihre Vorteile

Gesunde und zufriedene Beschäftigte sind die Basis des Unternehmenserfolgs. Daher investieren Arbeitgeber*innen aktuell verstärkt in das betriebliche Gesundheitsmanagement. Neben diesem Segment kann ein weiterer Baustein dabei die betriebliche Krankenversicherung (bKV) sein. Wir zeigen, was man darunter versteht und warum sich eine betriebliche Krankenversicherung sowohl für Arbeitnehmern*innen als auch für Arbeitgeber*innen lohnt. 

Unter einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) versteht man eine Versicherung, die Arbeitgeber*innen für ihre Beschäftigten abschließen. Diese Gruppenversicherung stellt eine Ergänzung zur jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherung dar und schließt etwaige Versorgungslücken im gesetzlichen Versicherungsschutz. Die Kosten der Versicherung übernehmen dabei in der Regel die Arbeitgeber*innen, doch existieren arbeitnehmerfinanzierte Varianten ebenso wie entsprechende Mischformen. Meist ist die betriebliche Krankenversicherungen modular aufgebaut und kann entsprechend der Wünsche und Bedürfnisse der Unternehmen und ihrer Angestellten zusammengesetzt werden. Das bedeutet, dass einzelne Beschäftigte - auch aus eigener Tasche - Leistungen hinzufügen können. 


Auch Gesundheits-Check-ups können ein Teil der Leistungen der betrieblichen Krankenversicherung sein.Ganzheitliche Gesundheits-Check-ups können in den Leistungen der bKV enthalten sein. / wellabe

Je nach Anbieter können Unternehmen bereits ab einer Mitarbeiterzahl von fünf Beschäftigten eine betriebliche Krankenversicherung für ihre Belegschaft abschließen. Und auch das Inkludieren von Lebenspartner*innen und Kindern ist je nach Vertrag möglich. Die Kosten dafür trägt der Angestellte, die Familie profitiert aber gleichermaßen von den günstigen bKV-Konditionen. 

Was kann die betriebliche Krankenversicherung leisten?

Der Leistungsumfang der betrieblichen Krankenversicherung kann in der Regel im Bausteinprinzip vom Unternehmen individuell je nach Bedarf festgelegt werden. Er kann unter anderem folgende Bereiche umfassen:

Zahnbehandlung und Zahnersatz

Mitarbeiter*innen erhalten einen Zuschuss für aufwendigere Zahnbehandlungen (z. B. Keramikfüllungen) oder eine professionelle Zahnreinigung.

Je nach Tarif erstattet der Versicherungsschutz sogar einen bestimmten Anteil aller entstandenen Kosten für Zahnersatz – einschließlich Implantate und Inlays. So kann der teilweise sehr hohe Eigenanteil spürbar reduziert werden.

Für die betriebliche Krankenversicherung sind auch Zahnzusätze möglich.Besonders der Zahnzusatz der betrieblichen Krankenvorsorge erfreut sich großer Beliebtheit / Satura_

Heilpraktische Behandlungen

Erstattet werden die anfallenden Behandlungskosten bei Heilpraktiker*innen, einschließlich der in diesem Zusammenhang verordneten Arzneimittel. Hier gelten oft Erstattungsobergrenzen. 

Sehhilfen

Etwaige Tarife der betrieblichen Krankenversicherung sehen eine teilweise Kostenerstattung für Brillen und Kontaktlinsen vor. Auch können ärztliche Leistungen, beispielsweise bei einer Sehstörung, im Rahmen der refraktiven Chirurgie (z. B. Lasik oder Linsenimplantate) abgesichert werden.

Krankenhaus (Ein-, Zweibettzimmer und Chefarzt)

Versichert sind die Kosten für einen Arzt oder eine Ärztin der Wahl und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Zusätzlich kann ein Krankenhaustagegeld abgeschlossen werden. Es wird je stationären Behandlungstag in der vereinbarten Höhe gezahlt. 

Krankentagegeld

Arbeitnehmer*innen erhalten nach Wegfall der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber*innen (i. d. R. nach sechs Wochen) ein Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Je nach Verdienst kann so bei längerer Krankheit eine Einkommensverlust von mehr als 20 Prozent vom Nettoeinkommen entstehen. Das Krankentagegeld aus der bKV füllt diese Lücke auf.

Reisekrankenversicherung 

Die Police übernimmt bei akuten Erkrankungen im Ausland die Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen. I. d. R. beinhaltet der Versicherungsschutz auch den medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland.

Vorsorge

Regelmäßige medizinische Vorsorge kann helfen, schwere Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die GKV leistet schon lange nur noch für bestimmte Vorsorgeprogramme. Sie sind oft altersabhängig und können nur in langen Intervallen oder gegen Zuzahlung in Anspruch genommen werden. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) springt - je nach Tarif - in vielen Fällen ein und übernimmt sinnvolle Vorsorgeleistungen. 

Bedeutung der betrieblichen Krankenversicherung in Deutschland

Die zuletzt vom PKV-Verband zur betrieblichen Krankenversicherung (bVK) veröffentlichten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache im Hinblick auf die wachsende Bedeutung der Verträge. In Deutschland boten demnach 10.200 Unternehmen ihren Mitarbeiter*innen eine komplett von Arbeitgeber*innen gezahlte betriebliche Krankenversicherung (bKV). Das entsprach einem Wachstum von 32 % gegenüber dem Jahr 2018 (7.700 Betriebe). Die Zahl der Beschäftigten, die von einer bKV profitieren, stieg um acht Prozent von 757.500 (2018) auf rund 820.000 Personen (2019). 

Arbeitgeber entscheiden sich für betriebliche KrankenversicherungImmer mehr Arbeitgeber*innen entscheiden sich für eine betriebliche Krankenversicherung. / Prostock-studio

Vorteile für Arbeitnehmer*innen

Da der Versicherungsschutz in der Regel für eine größere Personengruppe vereinbart wird, sind die arbeitgeberfinanzierten Beiträge meist günstiger als bei einem privaten Vertragsabschluss. Auch die sonst üblichen Gesundheitsprüfungen und die obligatorischen Wartezeiten zur Aufnahme in eine private Zusatzversicherung für einzelne Personen können im Rahmen der bKV entfallen. So kommen auch Mitarbeiter*innen mit bereits bestehenden gesundheitlichen Problemen in den Genuss einer Zusatzversicherung. Ihnen bliebe unter normalen Umständen der Versicherungsschutz entweder vollkommen verwehrt, oder er wäre nur unter erschwerten Bedingungen in Form von Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen vereinbar. Zudem gelten die günstigen Rahmenbedingungen weiterhin in vielen Fällen auch für Familienangehörige. 

Es sollte allerdings beachtet werden, dass viele Produkte der betrieblichen Krankenverischerung sich ausschließlich für Mitarbeiter*innen, die gesetzlich versichert sind, eignen. Für Privatversicherte muss nach ausgewählten bKV-Produkten gesucht werden, von denen sie auch tatsächlich profitieren können. 

Das Modell betriebliche Krankenversicherung ist jedoch nicht nur für Arbeitnehmer*innen, sondern auch für die Arbeitgeber*innen ungemein attraktiv.

Vorteile der bKV für Arbeitgeber*innen

In Zeiten, in denen für immer mehr Job-Wechsler*innen nicht nur das Einkommen eine Rolle spielt und immer mehr Mitarbeiter*innen auf zusätzliche (geldwerte) Vorteile und Mitarbeiterangebote seitens der Firma achten, rückt die betriebliche Krankenversicherung, von Arbeitgeber*innen bezahlt, immer stärker in den Fokus. Das bedeutet: Sie wird zu einem starken Argument, um qualifizierte Mitarbeiter*innen zu gewinnen und langfristig an sich zu binden. 

Es hat sich in der Vergangenheit auch gezeigt, dass privat krankenversicherte Beschäftigte gesünder sind und deshalb seltener am Arbeitsplatz fehlen. Diese Erfahrung gilt auch im Hinblick auf die betriebliche Krankenversicherung - vor allem wenn sie noch durch ein Betriebliches Gesundheitsmanagement ergänzt wird. Weniger Fehltage bedeuten am Ende einen betriebswirtschaftlich messbaren Gewinn.

Betriebliche Krankenversicherung führt nicht zuletzt zu zufriedeneren Mitarbeiter*innen.Gesündere Mitarbeiter*innen sind produktiver und auch zufriedener. / nd3000

Steuervorteile für Arbeitgeber*innen

Seit 2019 gilt diese betriebliche Krankenversicherung (bKV) wieder als Sachbezug. Das heißt: Ist dieser von Unternehmen bezahlte Benefit im Arbeitsvertrag enthalten, können Firmen Gruppenverträge für ihre Mitarbeiter*innen oder einen Teil davon abschließen, bei denen die Pro-Kopf-Prämie bis zu 44 Euro monatlich betragen darf, ohne dass hierauf Lohnsteuer oder Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Man nennt den Sachlohn auch 'beitragsfreien Arbeitslohn'. Alles andere wäre der Barlohn, auf den die Arbeitnehmer*innen Lohnsteuer und Sozialabgaben zahlen müssten. Wichtig ist dabei, dass den Beschäftigten ein Krankenversicherungsschutz und eben keine Geldleistung zur Verfügung gestellt wird. Beim Versicherungsvertrag selbst handelt es sich immer um einen von der Firma abgeschlossenen Gruppenvertrag für mehrere Mitarbeiter*innen. Deshalb entfällt dabei beispielsweise auch die individuelle Gesundheitsprüfung - und es gibt deutliche Beitragsrabatte gegenüber einzeln abgeschlossenen Krankenzusatzpolicen.

Natürlich kommt hierbei schnell eine durchaus berechtigte Frage auf: Was passiert, wenn die 44-Euro-Grenze überschritten wird - etwa wenn der Krankenversicherer die Prämie erhöht? Dann muss der gesamte Beitrag versteuert werden und nicht nur die plötzlich auftretende Differenz.

Unternehmen müssen dann zwischen drei Besteuerungswegen wählen:
  • Bei der individuellen Besteuerung entsteht bei den Beschäftigten ein sogenannter geldwerter Vorteil in Höhe des bKV-Beitrages, der das Bruttogehalt ansteigen lässt. Man muss also mehr Lohnsteuer und höhere Sozialabgaben entrichten. Letzteres gilt auch für die Arbeitgeber*innen. Wegen der deutlichen Nachteile für die Mitarbeiter*innen wird jedoch keine umsichtige Firma dieses Modell wählen.

  • Attraktiver ist da schon die Nettolohnversteuerung. Dabei gibt es eine Gehaltserhöhung, die den bKV-Beitrag und alle entsprechenden Abgaben umfasst. Den Beitrag der betrieblichen Krankenversicherung zieht die Lohnbuchhaltung ab.  Unter dem Strich bleibt das vorherige Nettoeinkommen unangetastet.

  • Bei der Pauschalversteuerung erscheint der bKV-Beitrag gar nicht mehr auf der individuellen Gehaltsabrechnung. Dieser und auch die Sozialabgaben werden nur noch intern - und eben pauschal für alle Versicherten bei der Lohnbuchhaltung verbucht. Den einzelnen Arbeitnehmer*innen entstehen durch dieses Modell, das vom zuständigen Finanzamt genehmigt werden muss, in der Regel keine finanziellen Nachteile. 

Wie die betriebliche Krankenversicherung besteuert wird, kann sich je nach Betrieb unterscheiden.Bei der Besteuerung der betrieblichen Krankenversicherung haben Arbeitgeber*innen verschiedene Möglichkeiten / lakobchuck

Fazit

In der Praxis gewinnen also alle mit der bKV: die Arbeitnehmer*innen über einen hochwertigen und für sie kostenlosen Krankenversicherungsschutz - und die Arbeitgeber*innen über zufriedene Angestellte. Zudem können sie die bKV-Kosten als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen.

Man sollte jedoch beachten, dass auch wenn Vorsorgegutscheine die Abrechnung mit dem Arzt erleichtern, viele dennoch den Gang zum Arzt oder zur Ärztin und in das überfüllte Wartezimmer scheuen. Angebote wie Präventionsmaßnahmen sind daher eine wichtige Ergänzung. Hier bietet sich der Einsatz von wellabe an. Mit wellabe kommt die gesundheitliche Vorsorge in den Betrieb, wodurch Aktivitätsraten zusätzlich erhöht werden können. Dank eines mobilen Labors können in unter 20 Minuten mehr als 60 Gesundheitswerte zu den Bereichen Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Lungenfunktion und Körperzusammensetzung gemessen werden.

Ein anschließendes Online-Arztgespräch bringt Klarheit in die gemessenen Werte und offenen Fragen der Mitarbeiter. Im Arztgespräch und durch die wellabe App erhalten Mitarbeiter Handlungsanleitungen für einen gesunden Lebensstil. So können Risikofaktoren aufgedeckt und die eigene Gesundheit langfristig verbessert werden. 

wellabe ist der innovative Partner rund um Gesundheit am Arbeitsplatz und bietet Check-ups vor Ort, Home-Tests, digitale Gesundheitsberatungen und Präventions-App