Coronavirus: Tragen von Atemmasken - was, wie, wo, warum?

Während sich die einen schon komplett an sie gewöhnt haben, vergessen die anderen sie noch immer auf dem Weg zum Supermarkt: die Atemmaske. Seit der Einführung der Maskenpflicht in Deutschland sind nun schon einige Wochen vergangen und die Bedeckung von Mund und Nase mausert sich wohl zum Sommer-Must-Have der etwas anderen Art. 

Doch über die Funktion eines Accessoires weit hinausgehend, gibt es beim Tragen von Masken einiges zu beachten.

 

Arten von Atemmasken

Zu Beginn möchten wir noch einmal kurz die verschiedenen Arten von Atemmasken vorstellen. Man unterscheidet die Community-Masken, den medizinische Mund-Nase-Schutz und die filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken). 

Community-Masken fungieren als einfache, meist textile Barriere im privaten Gebrauch. Man kann sie mittlerweile an vielen Orten kaufen oder sogar selbst herstellen. Diese Art von Masken dient nicht dem Schutz vor der eigenen Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, sondern vielmehr als Fremdschutz. Eine nicht unbedeutende Anzahl an Infektionen verläuft symptomlos und der Betroffene merkt gar nicht, dass er ansteckend ist. Community-Masken können im Alltag die Verbreitung größerer infektiöser Tröpfchen verringern - insbesondere Risikogruppen werden so geschützt. 

Zudem hindern die Masken den Träger daran, sich ins Gesicht zu fassen. Auch ein gesteigertes Bewusstsein für Social Distancing und gesundheitsbewussten Umgang symbolisiert die Community-Maske.

Wer seine Maske selbst herstellen möchte, sollte darauf achten einen möglichst dichten Stoff zu wählen, den man bei mindestens 60 Grad waschen kann. Baumwolle ermöglicht meist eine leichtere Atmung als synthetische Stoffe. Mehrere Lagen verbessern die Undurchlässigkeit für größere Tröpfchen zusätzlich.

Der medizinische Mund-Nase-Schutz, typischerweise als mehrlagige Operationsmaske bekannt, bietet ebenfalls nur Fremdschutz, indem er den Auswurf sehr kleiner Tröpfchen und Aerosolen des Trägers hindert. Dieser Mund-Nase-Schutz ist ein zertifiziertes Medizinprodukt.

Als einzige Maske, die Eigenschutz vor der Infektion bietet, stehen dem Gesundheitssystem die sogenannten FFP-Masken zur Verfügung und sollten entsprechendem Personal insbesondere im Arbeitsschutz vorbehalten bleiben. Auch FFP-Masken sind zertifizierte Medizinprodukte.

Corona AtemmaskeFFP-Atemschutz – Die einzige Maskenart mit Eigenschutz des Trägers vor einer Infektion.

Gebrauch von Atemmasken

Während FFP-Masken und mehrlagiger chirurgischer Mund-Nase-Schutz dem medizinischen Personal vorbehalten sein sollten, kann das Tragen von textilen Barrieren und Community-Masken in der Bevölkerung einen wesentlichen Beitrag zur verringerten Verbreitung des SARS-CoV-2 leisten. Jedoch besteht dieser Vorteil nur, wenn allgemeine Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Husten- und Niesetikette und Abstandhalten weiterhin streng eingehalten werden. Atemmasken sind also kein Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung zu verstehen.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Verwendung, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann, in geschlossenen Räumen und somit beispielsweise auch am Arbeitsplatz. Auf Anraten der Bundesregierung haben die Bundesländer für bestimmte Situationen sogar eine Maskenpflicht erlassen, wobei sich die Umstände in den einzelnen Ländern nur leicht unterscheiden. Wer im Supermarkt oder im Einzelhandel einkaufen möchte, darf nur mit gut sitzender Atemmaske ins Geschäft eintreten.

Einkaufen mit Maske im SupermarktAuch im Supermarkt kann der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden – Hier ist eine Atemmaske Pflicht.

Gleiches gilt für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, meist sogar bereits im Wartebereich. Wer die Atemmaske nicht trägt, muss je nach Bundesland mit einem Bußgeld rechnen.

Beim Anlegen ist zu beachten, dass eine gründliche Händehygiene in Form von 30-sekündigem Händewaschen mit Seife vorangehen sollte. Die Maske sollte nur an den Rändern angefasst werden, muss Mund, Nase sowie Kinn vollständig bedecken und sollte auch an den Seiten eng anliegen. Sie sollte während des Tragens nicht angefasst werden, darf folglich weder verrutschen, noch sollte ein Herumzupfen für den optimalen Sitz nötig sein. Beim Abnehmen sollte versucht werden, die Außenseite vor allem im zentralen Bereich nicht zu berühren. Anschließend ist ausgiebiges Händewaschen unerlässlich.

Austausch und Reinigung

Sobald die Atemmaske durchfeuchtet ist, muss sie ausgetauscht werden, um keine potentielle Vermehrungsquelle für Erreger darzustellen. Um den Ressourcen-schonenden Einsatz von Masken zu ermöglichen, sollten textile Community-Masken in kurzen Abständen gründlich gereinigt werden, wobei Einwegprodukte davon ausgenommen sind und besser direkt entsorgt werden. Nach dem Absetzen sollten Masken luftdicht in einer Plastiktüte oder -box verpackt und so bald wie möglich bei 60 bis 95 Grad gewaschen werden. Alternativ kann je nach Material ein etwa 10-minütiges Abkochen erwogen werden. Idealerweise reinigen Sie Ihre Atemmaske nach jedem Tragen, um den Erregern keine Chance auf Vermehrung zu geben. Vor der erneuten Benutzung muss die Community-Maske komplett getrocknet sein. Manche Hersteller geben für ihre Masken sogar eine geschätzte Lebensdauer beziehungsweise Anzahl an Wiederverwendungszyklen an, welche zur Gewährleistung der bestmöglichen Schutzwirkung eingehalten werden sollte. In diesem Kontext gilt es zu bedenken, dass mehr als ein Exemplar pro Person vorhanden sein muss, um einen regelmäßigen und schnellen Austausch sicherzustellen.

Atemmaske am Arbeitsplatz

Generell gilt, wo weniger als 1,5 Meter Abstand eingehalten werden kann, wird das Tragen von Community-Masken empfohlen. Ob eine Atemmaske auch am Arbeitsplatz verwendet werden muss, hängt maßgeblich von den Umständen der Tätigkeit beziehungsweise vom Publikumsverkehr und Kundenkontakt ab. Personal in Geschäften, Gastronomie oder an anderen, hoch frequentierten Orten muss auch während der Arbeit von der Maske Gebrauch machen. An Arbeitsplätzen, die hingegen wenig bis gar keinen Kontakt zu Mitmenschen bieten oder einen Mindestabstand von 1,5 Metern erlauben, kann vom Tragen unter Umständen abgesehen werden. Im Büro kann beispielsweise auf die Bedeckung von Mund und Nase verzichtet werden, wenn am eigenen Platz jederzeit genug Abstand zu den Kollegen sichergestellt werden kann oder die Arbeit sogar in einem eigenen, geschlossenen Raum stattfindet. Geschlossene Räume, die von vielen Menschen verwendet werden, sollten zumindest stündlich ausgiebig gelüftet werden.

Empfehlenswert wird die Verwendung von Atemmasken jedoch, sobald der eigene Raum oder Schreibtisch verlassen wird. Insbesondere in gemeinsam genutzten Räumen oder Orten wie in Aufenthalts- oder Pausenräumen, Küche, Toiletten, Raucherinseln, an der Kaffeemaschine, in Besprechungen oder auf dem Weg in die Kantine bietet die Community-Maske wieder eine sinnvolle Ergänzung zu den grundlegenden Schutz- und Hygienemaßnahmen. Eine Aufteilung der Pausenzeiten oder die Möglichkeit das Mittagessen aus der Kantine mitzunehmen kann den Ansturm zusätzlich entzerren, wobei dort ohnehin die Anzahl an Sitzplätzen verringert und Mindestabstände eingehalten werden sollten.

Mit Atemmaske in der ArbeitLockerere Regelungen bei der Arbeit: In vielen Büros und anderen Arbeitsplätzen besteht ausreichend Abstand, sodass die Atemschutzmaske abgenommen werden kann.

Rechtlich gesehen haben Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzes eine Fürsorgepflicht, sodass sie in diesem Zusammenhang eine Maskenpflicht für den Arbeitsplatz verhängen können, wenn diese Schutzmaßnahme als essentiell erachtet wird. In diesem Fall ist der Arbeitnehmer grundsätzlich dazu verpflichtet den Anweisungen zu folgen, jedoch muss dann der Arbeitgeber, der die Pflicht erlassen hat, ausreichend Atemmasken kostenlos zur Verfügung stellen. Andersrum kann ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern unter den besonderen Umständen einer Pandemie oder Grippewelle das Tragen eines Mundschutzes nicht untersagen.

 

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