Arbeitsschutz als Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Das Thema Arbeitsschutz ist eng mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement verknüpft. Er dient der Sicherheit, dem Schutz und der Gesundheit eines jeden Mitarbeiters. In diesem Beitrag zeigen wir, welche Rolle Arbeitsschutz als Teil des BGM spielt.

Das Thema Arbeitsschutz ist bereits auf der Agenda deutscher Unternehmen - nicht zuletzt, weil seine Bedeutung schon lange auch gesetzlich festgeschrieben ist und Unternehmen in die Verantwortung zieht. Er dient der Sicherheit, dem Schutz und der Gesundheit eines jeden Mitarbeiters. Der Arbeitsschutz basiert auf dem Arbeitsschutzgesetz, das für die Sicherheit und den Schutz der Beschäftigten bei der Arbeit sorgen soll.

Arbeitsschutz als Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Mitarbeiter sitzen gemeinsam an einem Tisch.Der Arbeitsschutz ist ein wichtiger Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Shutterstock.com / Jacob Lund

Im BGM ist das betriebliche Ziel der Gesundheit der Arbeitnehmer verankert - idealerweise laufen hier alle gesundheitsbezogenen Aktivitäten des Arbeitsschutzes, des Eingliederungsmanagements und der betrieblichen Gesundheitsförderung zusammen. Am meisten profitieren Mitarbeiter, wenn alle drei Bereiche verzahnt im Unternehmen Anwendung finden und Synergien miteinander bilden.

Den gesetzlichen Rahmen für die Arbeit schafft das Arbeitsschutzgesetz und die Gefährdungsbeurteilung. Daraus resultierende Maßnahmen dienen unter anderem dem Schutz vor körperlichen Gefahren des Arbeitsumfeldes, der medizinischen Vorsorge und der Prävention psychischer Belastungen.

Viele Unternehmen bieten neben dem Arbeitsschutz auch weitere Aktivitäten an, die die Gesundheit der Mitarbeiter fördern sollen. Dabei werden beispielsweise die Themen Bewegung, Ernährung, Stressprävention sowie Nikotinentwöhnung angegangen. Es ist wichtig, sich im Unternehmen vermehrt mit dem Thema Gesundheit zu beschäftigen. Die meisten Menschen verbringen viel Lebenszeit auf der Arbeit. Von daher ist es sehr wichtig, auch im Betrieb verschiedene Gesundheitsleistungen anzubieten, die die Arbeitnehmer freiwillig wahrnehmen können, um langfristig gesund zu bleiben. Für die Unternehmen sind diese Leistungen ebenfalls von Vorteil. Krankmeldungen und längere Dienstausfälle werden dadurch reduziert. Das Präventionsgesetz untermauert diesen Ansatz noch einmal.

Die Sicherheit im Unternehmen

Beschäftigte am arbeiten.Grundlage für den Arbeitsschutz ist das Arbeitsschutzgesetz.       Shutterstock.com / Moobin

Die wichtigste Grundlage für den Arbeitsschutz in Unternehmen ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). In diesem ist festgelegt, dass jeder Betrieb Maßnahmen ergreifen muss, die allen Mitarbeitern Sicherheit und Gesundheit versprechen. Beim Arbeitsschutz geht es darum, Beschäftigte vor berufsbedingten Gefahren zu schützen. Die Gefahren können in Form von Personenschäden, wie zum Beispiel Unfällen auftreten. In der heutigen Zeit schließt Arbeitsschutz allerdings nicht mehr nur die Verhinderung von Unfällen durch technische Vorkehrungen mit ein, sondern setzt eine allgemeine Prävention in den Fokus. 

Dabei geht es nicht mehr nur um physische Belastungen, auch psychischen Faktoren müssen beachtet werden. Diese müssen durch eine Arbeitsschutzorganisation im Unternehmen eingehalten werden. Immer mehr Arbeitnehmer sind aufgrund psychischer Probleme arbeitsunfähig. Umso wichtiger ist es, diese zu reduzieren. Hohe Erwartungen, Leistungsdruck oder auch die falsche Arbeitsumgebung können psychische Belastungen hervorrufen. Diesen Problemen müssen sich Arbeitgeber stellen. 

Die Säulen des Arbeitsschutzes

Vier Säulen von ArbeitsschutzDie vier Säulen des Arbeitsschutzes.       Shutterstock.com / rawf

Der Arbeitsschutz setzt sich aus vier unterschiedlichen, aufeinander aufbauenden Aspekten zusammen.

1. Die Gefährdungsbeurteilung

Die zentrale Säule des Arbeitsschutzgesetzes ist die Gefährdungsbeurteilung. Sie ist ein grundlegendes Verfahren, welches mögliche Gefährdungen erkennt und bewertet. Daraus werden dann entsprechende Schutzmaßnahmen definiert und eingeführt. Außerdem spielt die Gefährdungsbeurteilung eine große Rolle für den Erfolg des Gesundheits- und Sicherheitsmanagements. Der Grundgedanke ist die Prävention.

Dabei gibt es einige rechtliche Vorschriften zu beachten. Nach § 5 ArbSchG liegt die Verantwortung hier beim Arbeitgeber. Er muss die durch die Arbeit entstehenden Gefährdungen für den Arbeitnehmer ermitteln und dementsprechend erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes einführen. Außerdem hat der Arbeitgeber die Beurteilung je nach Art der Tätigkeiten vorzunehmen. Eine Gefährdung entsteht beispielsweise durch eine physische Einwirkungen von Maschinen oder auch durch eine mangelhafte Einweisung und Qualifikation des Beschäftigten, der diese bedient.

Jedes Unternehmen muss eine Gefährdungsbeurteilung von Beginn an, in regelmäßigen Abständen durchführen. Der Arbeitgeber trägt hierbei die Verantwortung und eine Schutzpflicht gegenüber der Beschäftigten.

2. Die Betriebsanweisung

Die Betriebsanweisung zählt eigentlich ebenfalls zur Gefährdungsbeurteilung. Auch sie dient dem Schutz der Mitarbeiter. Eine Betriebsanweisung sollte in verständlicher und kurzer Form von den Mitarbeitern gelesen werden können. Möchte man sich beispielsweise über die Gefahren einer Maschine oder bestimmter Stoffe informieren, muss es möglich sein, dies innerhalb kurzer Zeit zu tun. Entweder klebt die Anweisung an den Arbeitsmitteln, oder es wird ein Ordner mit allen Betriebsanweisungen angelegt. 

Grundsätzlich unterscheidet sich die Betriebsanweisung nur leicht von der Gefährdungsbeurteilung. Ist letztere bereits vollbracht, besteht nur noch wenig Aufwand bei der Erstellung der Betriebsanweisung. 

3. Die Unterweisung

Jeder Unternehmer ist zu einer Unterweisung seiner Mitarbeiter verpflichtet. Sie sind mindestens einmal pro Jahr durchzuführen. Dabei wird zwischen Erstunterweisungen und Wiederholungsunterweisungen unterschieden.

Die Erstunterweisung wird durchgeführt, wenn Mitarbeiter neu in das Unternehmen kommen oder eine neue Beschäftigung erhalten. Sie sollte vor der Arbeitsaufnahme durchgeführt werden. Dabei wird über sicherheitsrelevante Themen des Arbeitsplatzes informiert.

Wiederholungsunterweisungen gibt es, um auf besondere Gefahren hinzuweisen, über die ständig informiert werden muss oder um das Wissen wieder aufzufrischen.

Unterweisungen aus besonderem Anlass werden angewendet wenn nur kurzzeitig eine Gefahr besteht, über die einmal informiert werden muss.

Jede Unterweisung muss dabei so gestaltet sein, dass der Mitarbeiter, der unterwiesen wird, die Unterweisung versteht. Es muss dementsprechend darauf geachtet werden, dass es hier keine Einschränkungen (z.B. in Bezug auf Sprache oder geistige Einschränkung) gibt bzw. diese berücksichtigt wird.

Nach jeder Unterweisung sollte man Teilnehmer noch einmal auf die wichtigsten Lerninhalte und alle Verhaltensregeln hinweisen, und sichergehen, dass diese verstanden wurden.

4. Die Arbeitsmittelprüfung

Bei der Arbeitsmittelprüfung werden alle Arbeitsmittel in regelmäßigen Abständen im Hinblick auf Mängel oder Störungen geprüft. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsschutzes, der jedoch in den meisten Betrieben zu kurz kommt. Hilfsmittel, wie Push-up Erinnerungen oder eine standardisierten Dokumentenablage helfen bei der Arbeitsmittelprüfung.

Fazit

Letztendlich kann man sagen, dass der Arbeitsschutz ein Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements darstellt und nicht unberücksichtigt bleiben sollte. Er sollte genauso wie die Betriebliche Gesundheitsförderung und das Betriebliche Eingliederungsmanagement Teil des Unternehmens sein, um die physische sowie die psychische Gesundheit der Mitarbeiter sicherstellen zu können. 



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