Eva Hering - Medical Advisor bei wellabe

Eva Hering (27 Jahre) studierte Medizin an der Universität Ulm und war in Kliniken deutschlandweit tätig. Nach ihrem Abschluss und der Verfassung ihrer Doktorarbeit stellte sie sich die Frage nach dem weiteren beruflichen Werdegang. Die Antwort fand sie in unserem Health-Start-up wellabe. Hier ist sie seit März als Medical Advisor tätig und berät unsere Teilnehmer nach dem Gesundheits-Check-up telemedizinisch und lässt ihre medizinische Expertise in die stetige Weiterentwicklung unseres Produkts einfließen. In ihrer Freizeit betreibt Eva schon seit einigen Jahren passioniert Leistungssport im Bereich Radsport und Triathlon. Wir sprachen mit ihr über moderne Medizin, ihren Arbeitsalltag und eine gesunde Work-Life-Balance.

Warum hast Du Dich nach dem Studium für wellabe entschieden? Was reizt Dich an Deiner jetzigen Tätigkeit? 

Während meiner Tätigkeit als Assistenzärztin stand ich vor der stetigen Herausforderung, mein aktives Privatleben in Einklang mit langen Schichten und Nacht- bzw. Wochenenddiensten zu bringen. Auf der Suche nach einer Tätigkeit, die besser zu meinem Leben passt, bewarb ich mich bei wellabe - was ich bis heute keinen Moment bereut habe.

Die Tätigkeit als Medical Advisor ist unheimlich vielseitig: Ich darf viele neue Bereiche und den Start-up-Alltag kennenlernen, bei der Produktentwicklung mitwirken und meinem Team mit medizinischem Input zur Seite stehen.  Diese Vielfalt an Aufgaben wäre im Klinikalltag nicht möglich gewesen. Hier habe ich die Chance, Menschen auf dem Weg in ein gesünderes Leben zu begleiten. Dabei kann ich nicht nur meine beruflichen sowie privaten Interessen in Einklang miteinander bringen, sondern unsere Teilnehmer auch durch meine eigene Geschichte motivieren. Denn auch ich bin noch kein alter Hase im Leistungssport und habe mich früher eher unwohl in meinem eigenen Körper gefühlt - bis ich beschlossen habe etwas zu verändern und dann auch am Ball geblieben bin. 

 

Das heißt, Du kannst den Teilnehmern im Videogespräch auf Augenhöhe begegnen - wie sind denn deine Erfahrungen, wie reagieren die Leute darauf,  - meist zum ersten Mal - ihre wichtigsten Gesundheitswerte vor sich zu sehen?

Unsere Check-ups erreichen erfahrungsgemäß auch einige Mitarbeiter, die Arztpraxen sonst eher meiden. Aus diesem Grund kommt es nicht selten vor, dass ich gesundheitliche Probleme anspreche, die unseren Teilnehmern bisher völlig unbekannt waren. Entgegen meiner anfänglichen Bedenken, möchten sie diese Themen jedoch angehen. Dabei hilft es sehr, dass sie all ihre Werte gesammelt vor sich und in der App sehen. Insbesondere fällt mir dabei auf wie dankbar sie sind, dass sich endlich jemand genügend Zeit nimmt, um alle erhobenen Gesundheitswerte sowie deren Zusammenhänge zu erläutern und daraus individuelle Tipps zur Verbesserung des eigenen Gesundheitsstatus abzuleiten. Mir ist es sehr wichtig, die Gründe für eine Veränderung des eigenen Lebensstils und die positiven Effekte des eigenen Verhaltens zu vermitteln. 

 

Wir setzen mit unseren Gesundheits-Check-ups bei der Prävention an - warum ist das aus Deiner Sicht so wichtig? 

Es erschreckt mich immer wieder, wie viele Erkrankungen durch ungünstige Lebensbedingungen hervorgerufen oder zumindest negativ beeinflusst werden. Bei Patienten in der Klinik habe ich mich oft gefragt, warum es soweit kommen musste, wenn ihre Krankheit durch zielgerichtete Präventionsmaßnahmen hätte verhindert werden können. Doch der Gedanke der Prävention kam im Klinikalltag meist zu kurz. Dabei sind Präventionsmaßnahmen meiner Ansicht nach so einfach wie effektiv. Damit wird auch der Geldbeutel des Gesundheitssystems maßgeblich geschont und diese Ersparnisse können weitergegeben oder für andere wichtige Maßnahmen verwendet werden. 

 

Im Zuge der Corona-Pandemie erhalten telemedizinische und digitale Angebote in der Medizin einen Aufschwung - wie siehst Du diese Entwicklung? 

Diese Entwicklung empfinde ich als zeitgemäß und nützlich für alle Beteiligten. Der Zugang zur eigenen Gesundheit wird somit einfacher und transparenter. Langes Ausharren im Wartezimmer entfällt und liefert Flexibilität für Arzt und Patienten. Auch das Gesundheitssystem kann so die Ressourcen besser verteilen. Das Smartphone ist heute ein ständiger Begleiter, das weitaus mehr zu bieten hat als soziale Netzwerke. Darüber bietet sich die Chance, orts- und zeitunabhängig auf Gesundheitsinhalte und -anwendungen zuzugreifen und einen täglichen Begleiter zur Verbesserung der eigenen Gesundheit zu haben. 

 

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Eva bei den Deutschen Meisterschaften im Strassenradsport (Quelle: Thomas Ponikau)
Neben Deiner Arbeit bei wellabe bist Du Leistungssportlerin, hast gerade erst an den Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport teilgenommen und fährst in der Deutschen Rad-Bundesliga. Wie bist Du dazu gekommen und wie sieht eine typische Sportwoche bei Dir aus?

Ohne die Absicht, mich mit Anderen messen zu wollen, nahm ich 2018 an einem Halbmarathon in Ulm teil, wobei ich ohne spezifisches Training überraschend gut abschnitt. Wichtiger als die Zielzeit war mir allerdings das erlebte Gefühl: die leichte Nervosität an der Startlinie, die vielen Athleten und Zuschauer am Straßenrand, das Gefühl über sich selbst hinauszuwachsen. Kurz gesagt: ich hatte Lust auf mehr Wettkampfsport! Während der Vorbereitungen zum Triathlon plagten mich dann allerdings immer wieder Verletzungen beim Laufen, sodass ich zunehmend am Radsport Gefallen fand. Im vergangenen Jahr gelangen mir dann auch ein paar tolle Leistungen und Platzierungen bei Triathlons und Laufveranstaltungen. Nach einer Corona-bedingten Zwangspause, durfte ich dann im August diesen Jahres mit meinem Radsport-Team bei den Deutschen Straßenmeisterschaften an den Start gehen und belegte den 12. Platz. Nach diesem wirklich sehr anspruchsvollen Rennen, stehen jetzt noch die Bayerischen Meisterschaften an, bevor es dann bald in die Winterpause geht. 

Ich mache ja gerne den Spaß und behaupte ich hätte zwei Teilzeitjobs, wobei ich leider nur für den einen bezahlt werde. Wenn man meinen Trainingsumfang von etwa 15 bis 20 Wochenstunden betrachtet, dann liegt auch ein gutes Stück Wahrheit in diesem Spaß. Je näher die Wettkämpfe rücken, desto intensiver wird das Training. Während der sogenannten “Off-Season” im Winter trainiere ich oft lange im Grundlagenbereich, wenn das Wetter mitspielt, gerne draußen oder ansonsten auf meinem Rollentrainer im Wohnzimmer. 

 

 

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Wie schaffst du es, Job und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen?

Ich muss zugeben, dass ich meinen Alltag ohne ein gewisses Organisationstalent, viel Disziplin und Hingabe - aber auch ohne wellabe - so nicht gestalten könnte! Durch die Möglichkeit des Home-Office und die flexiblen Arbeitszeiten kann ich mir beispielsweise längere Tage mit Videokonsultationen auf belastungs-ärmere Trainingstage legen und mich dann von intensiveren Einheiten am Vortrag erholen. Diese Flexibilität ist wirklich unbezahlbar, wenn man täglich etwa zwei bis drei Stunden Training unterbringen möchte.

 

Bewusste Gesundheitsverbesserungen und Leistungssport haben eins gemein: Motivation und Disziplin. Was rätst Du Leuten, die etwas für ihre Gesundheit tun und den inneren Schweinehund überwinden wollen? 

Meiner Meinung nach steht am Anfang jedes Erfolgs die Motivation. Warum gehe ich einen Weg, der gelegentlich unangenehm werden könnte? Diese Motivation kann ganz verschiedene Wurzeln haben: ein konkretes Ziel, ein Traum, die Suche nach einem neuen Lebensgefühl oder auch der Wunsch nach einem langen, glücklichen Leben. Diese Motivation sollte man niemals vergessen, am besten man schreibt sie sich sogar auf. Dazu sollte man sich auch kleine Zwischenziele definieren. Sobald man das ein oder andere erreicht hat, kommt der nächste Motivationsschub von ganz alleine. Auch diese kleinen Fortschritte kann man sich bewusst vor Augen führen, indem man sie zu Papier bringt. Als sehr hilfreich empfinde ich es außerdem, sich Gleichgesinnte zu suchen: geteiltes Leid ist halbes Leid sozusagen. Sich selbst aufzuraffen fällt mit einer Gruppendynamik viel einfacher als alleine. 

Selbstverständlich wird es bessere und schlechtere Tage geben. Auch der ein oder andere Ausrutscher unterwegs ist völlig normal. Wir Menschen sind manchmal schwach, das darf man sich selbst nicht übel nehmen. So geht es uns allen mal, denn der Weg zum Erfolg verläuft nur in den seltensten Fällen geradlinig. 

 

Danke Dir für die spannenden Einblicke und das Gespräch!

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