Sonnenallergie – Prävention ist das A und O

Im Sommer gibt es nichts Schöneres, als im Freien die Seele baumeln zu lassen. Doch wer unter einer Sonnenallergie leidet, sieht das ganz anders. Wir erklären im Artikel, wie man richtig vorbeugen kann.

Schöne Sommertage laden zu Aktivitäten unter freiem Himmel ein, doch wer zu Sonnenallergie neigt, weiß den Sommer häufig nicht wirklich zu schätzen. Kleine rote Bläschen und unangenehmes Jucken sorgen dafür, dass der Sommer nicht genossen werden kann. Wer vorbeugt, kann jedoch böse Überraschungen vermeiden und bei schönem Wetter entspannen. 

1.Sonnenallergie und warum Vorsorge sinnvoll ist

Sonnenallergie ist eine Krankheit der Haut.                                                        Shutterstock.com / Dudarev Mikhail

Die Begriffe Sonnen- bzw. Lichtallergie führen etwas in die Irre, denn im Grunde handelt es sich nicht um eine Allergie. Auch wenn allergieähnliche Symptome auftreten, handelt es sich genau genommen um eine polymorphe Lichtdermatose. Dies bedeutet übersetzt so viel wie „vielgestaltige Hautkrankheit“. Entsprechend kann eine Lichtallergie von Mensch zu Mensch unterschiedlich aussehen. Während sich bei manchen Menschen wässerige Knoten bilden, verspüren andere einen Juckreiz und wieder andere leiden unter geröteter Haut.

Entsprechend gibt es kein klares Krankheitsbild und dennoch steht fest, dass gut 19 bis 20 Prozent der Bevölkerung unter einer Sonnenallergie leiden. Grundsätzlich sind wesentlich mehr Frauen als Männer betroffen. Als Auslöser gilt eine ungewohnt hohe UV-A-Strahlung, aber auch UV-B-Strahlung kann Auslöser für die Symptome sein. So tritt die Lichtallergie meist mit Beginn des Sommers auf oder aber im Urlaub beim Sonnenbaden oder bei Wanderungen in höheren Gefilden. Um das Risiko zu minimieren, sollte rechtzeitig mit der Prävention begonnen werden.

Bekannt sind zudem Sonderformen wie die sogenannte Mallorca Akne. Hier spielt nicht nur die UV-Strahlung allein eine Rolle, sondern diese in Kombination mit den Inhaltsstoffen von Kosmetikprodukten, beispielsweise von Sonnencremes. Reagiert die Haut, so kommt es zu akneartigen Knötchen und es bilden sich verhornte Pusteln.

2.Gezielte Vorbeugung, der Haut zuliebe

Wer bereits einmal Anzeichen einer Sonnenallergie hatte oder bereits unter einem oder mehreren Symptomen gelitten hat, sollte insbesondere vorbeugen. Das Risiko, dass die Symptome immer wieder auftreten, ist bei fehlender Prävention sehr hoch und so gilt es hier besonders achtsam zu sein. Doch auch wer bisher keine Anzeichen für eine Lichtallergie bemerkt hat, tut gut daran seiner Haut zuliebe vorzubeugen und die Lichtabwehrkräfte gezielt zu erhöhen.

Haut langsam an die Sonne gewöhnen

Die Haut sollte langsam an die Sonne gewöhnt werden.                                      Shutterstock.com / Zadorozhna Natalia

Egal wie verlockend es sein mag den ersten schönen Tag des Jahres in der Sonne zu genießen oder am ersten Urlaubstag in der Sonne zu liegen, es ist ratsam es nicht zu übertreiben. Für die Haut ist die plötzliche Sonneneinstrahlung eine große Herausforderung und so sollte die Haut erst langsam an die Sonne gewöhnt werden. Grundsätzlich sollte Mittagssonne komplett gemieden werden.

Bei empfindlicher Haut gilt es am ersten Tag nicht mehr als 10 Minuten in der direkten Sonne zu verbringen. Danach kann die Zeit täglich in kleinen Schritten erhöht werden. So empfiehlt es sich bereits vor einer geplanten Urlaubsreise zu beginnen, die Haut langsam auf den Urlaub vorzubereiten.

3.Stärkung des Immunsystems und der Haut

Ein starkes Immunsystem ist extrem wichtig und dies nicht nur im Bezug auf eine Sonnenallergie. Um gezielt die Lichtabwehrkräfte der Haut zu stärken empfiehlt sich eine Vitamin D-Kur. Dies kann im Frühjahr durchgeführt werden bzw. empfiehlt sich eine Vitamin D-Kur auch drei bis vier Wochen vor der Urlaubsreise.

Gerne wird auch Calcium zur Vorbeugung empfohlen, was jedoch eher ein Mythos ist. Wer sich ausgewogen ernährt, ist bestens mit Calcium versorgt. Dass jedoch bis heute Calciumprodukte gerne empfohlen werden, liegt nicht zuletzt daran, dass es sich meist um Kombipräparate handelt, die auch Vitamin D beinhalten.

4.Hochwertige Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor

Sonnenschutz ist wichtig.                                                                                    Shutterstock.com / haveseen

Um die Haut vor UV-A- und UV-B-Strahlen zu schützen, sollte ganz klar auf einen Sonnenschutz von mindestens 30 gesetzt werden. Dies beugt nicht nur der Sonnenallergie vor, sondern schützt zugleich vor einem Sonnenbrand, der die Haut langfristig schädigen kann. Wichtig ist, auf einen qualitativ hochwertigen, fett- und emulgatorfeien Sonnenschutz zu setzen. Gele und Sprays gelten als hautschonender als fettende Sonnencremes, die das Risiko für Hautunreinheiten erhöhen können. 

5.Schutz durch Kleidung

Kleidung schützt vor Sonne.                                                                                Shutterstock.com / Visual Intermezzo

Auch wenn es heiß ist und die Sonne vom Himmel strahlt, lohnt es sich, auf lange Kleidungsstücke zu setzen. Leichte Kleidungsstücke können die Haut vor den schädlichen Strahlen schützen und sind dennoch so luftdurchlässig, dass sie sich gut auch an heißen Tagen tragen lassen. Für einen besonders hohen Tragekomfort lohnt es sich auf Kleidungsstücke aus Leinen, Baumwolle oder Viskose zu setzen. Allerdings sollte Kleidung aus Kunstfasern wie Nylon, Acryl und Polyester gemieden werden, da diese besonders luftundurchlässig ist und somit die Haut reizen kann.

6.Vorbeugen bei schwerer Sonnenallergie

Wer bekanntermaßen extrem auf UV-Strahlen reagiert, sollte sich an einen erfahrenen Hautarzt wenden, um sich auf den Urlaub vorzubereiten. Dieser hat die Möglichkeit, Patienten vor ihrer Reise gezielt mit UV-Licht zu bestrahlen und die Dosis schrittweise zu erhöhen. Entsprechend sollte die Behandlung bereits einige Wochen vor der Reise erfolgen. Es gilt eine UV-Licht-Bestrahlung nicht selbst durchzuführen, sondern nur unter ärztlicher Aufsicht, sodass die Haut angemessen an die Strahlen gewöhnt wird, ohne die Haut damit zu schädigen.

7.Erste Hilfe bei ersten Anzeichen von Sonnenallergie

Der UV-Schutz wird durch Kleidung erhöht.                                                                                    Shutterstock.com / Rido

Sind bereits erste Symptome aufgetreten, gilt es, die Sonne so gut es geht, zu meiden. Des Weiteren sollte der UV-Schutz durch Kleidung erhöht werden. Sonnenhut, langärmlige Oberbekleidung und lange Hosen gehören deshalb ins Urlaubsgepäck. Für eine schnelle Linderung lohnt es sich, auf Coldpacks zu setzen, um mit ihnen die roten Stellen zu kühlen und somit die Schmerzen zu lindern.

Ebenfalls ins Urlaubsgepäck gehört eine cortisonhaltige Creme oder Lotion, die entzündungshemmend wirkt und der Haut hilft, schnell wieder zu heilen. Auch Ibuprofen-Tabletten bringen bei einer beginnenden Sonnenallergie eine Linderung, da sie nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend wirken. Gegen den Juckreiz selbst helfen Medikamente mit Antihistaminika. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und sollten ebenfalls nie in der Reiseapotheke fehlen.

8.Bei starken Symptomen unbedingt zum Arzt

Da es zahlreiche Erkrankungen gibt, die ähnliche Symptome aufweisen, sollten die Symptome nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Treten die Symptome trotz Vorbeugung und entsprechender Maßnahmen auf und lassen sich durch die erwähnten Mittel nicht lindern, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Dieser wird im ersten Schritt die Haut in Augenschein nehmen und genauer untersuchen. Auch wenn die Symptome im Urlaub aufgetreten und bereits wieder abgeklungen sind, kann ein Besuch beim Dermatologen sinnvoll sein, da eine klare Diagnose Sicherheit gibt. Da viele Symptome auch mit Stoffwechselerkrankungen in Zusammenhang stehen können, ist es wichtig, diese bei starker Ausprägung abklären zu lassen.

Für eine klare Diagnose kann ein Lichttest durchgeführt werden. Dies erfolgt jedoch in der Regel nur, wenn es Zweifel an einer Lichtallergie gibt. Für eine optimale Behandlung und eine gezielte Vorbeugung ist es sinnvoll, eine zweifelsfreie Diagnose zu haben.

Bei extrem schweren Fällen gibt es zahlreiche weitere Therapien, die der Arzt gezielt zusammenstellen kann. Zwar ist eine Sonnenallergie in der Regel harmlos, doch bei Patienten die an einer extremen Lichtallergie leiden, kann dies zu starken Beeinträchtigungen im Alltag führen und letztlich auch die Lebensqualität mindern. Von Medikamenten, die das Immunsystem dämpfen (Immunsuppressiva) bis hin zur Photo-Chemotherapie reichen die Möglichkeiten, starken Lichtallergien unter ärztlicher Aufsicht zu begegnen.

Gerade Patienten die unter wirklich starken Beschwerden leiden, haben häufig auch Probleme am Arbeitsplatz. Dies gilt nicht nur für Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten müssen, da auch durch Fensterscheiben ohne besonderen Sonnenschutz  UV-Strahlen dringen und Symptome auslösen können. Reicht es nicht aus, vorzubeugen, gilt auch hier der Besuch beim Arzt als beste Wahl. Zudem lohnt auch ein Gespräch mit dem Arbeitgeber, denn eventuell lässt sich ein Arbeitsplatz ohne direkte Sonneneinstrahlung finden oder es kann unter Umständen ein Sonnenschutz installiert werden.

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