Folsäuremangel erkennen

Folsäure ist eines von vielen B-Vitaminen, das unter anderem für die Bildung von Blutkörperchen zuständig ist. Manche Menschen leiden an einem Folsäuremangel. Wie man diesen erkennt und was man dagegen tun kann, wird im Folgenden erklärt.

Für die Herstellung von Erbsubstanz und somit auch für das Wachstum sowie die Vermehrung der Zellen ist Folsäure essenziell. Zudem sorgt Folsäure für die Herstellung roter sowie weißer Blutkörperchen. Auch für den Embryo ist Folsäure wichtig, da sich nur durch sie das Nervengewebe entwickeln kann. Bei Erwachsenen führt ein Folsäuremangel zu einer Störung der Neubildung roter Blutkörperchen. Dadurch kommt es zu einer gefährlichen Blutarmut. Während der Schwangerschaft kann ein Mangel an Folsäure zu schweren Entwicklungsstörungen des Nervengewebes des Ungeborenen führen.Im Folgenden erfährt man, welche Auswirkungen ein Folsäuremangel noch haben kann und wie man diesen erkennt. 

Was genau ist Folsäure?

Bei Folsäure handelt es sich um ein wasserlösliches Vitamin, das zu den B-Vitaminen (Vitamin B1, B2, …)  gehört. Bezeichnet wird es auch als Vitamin B9 oder Folat. Das Vitamin ist vor allem für Wachstums- und Stoffwechselprozesse verantwortlich.

Für die Neubildung von Zellen sowie die Blutzellbildung in unserem Knochenmark ist die Folsäure ebenfalls wichtig. Darüber hinaus benötigen wir sie auch für die Verwertung von Eiweiß. Mit Folsäure können Eiweißstoffe auf- und umgebaut werden.

Für die normale Entwicklung eines Embryos ist die Folsäure ebenfalls unentbehrlich. Daher kann ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft besonders tragische Folgen haben. Das Vitamin sorgt für den Aufbau von Erbinformation sowie die Entstehung des Nervensystems. Kommt es während der Schwangerschaft zu einem Folsäuremangel kann das eine Fehlgeburt oder Fehlbildungen nach sich ziehen.

In den Wechseljahren kann Folsäure ebenfalls helfen. Studien zeigen, dass die Folsäure für eine Linderung der Beschwerden in dieser Zeit sorgen kann. So kann die Folsäure beispielsweise Hitzewallungen mindern.

Da die Folsäure auch zur Bildung von roten und weißen Blutkörperchen gebraucht wird, kann ein Folsäuremangel zu Blutarmut bzw. Anämie führen.

Die Ursachen für einen Folsäuremangel

Zu viel Alkohol kann der Grund für einen Folsäuremangel sein.                    
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Gründe für den Folsäuremangel können eine MangelernährungAlkoholismus oder chronische Darmerkrankungen sein. Auch während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit kann es durch den erhöhten Bedarf an Folsäure zu einem Mangel kommen. Ebenfalls kann ein Folsäuremangel bei einer lang andauernden Therapie mit Antibiotika auftreten sowie im Rahmen einer Chemotherapie.

Die Symptome eines Folsäuremangels

Unreine und blasse Haut kann ein Symptom eines Folsäuremangels sein. 
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Im Zuge eines Folsäuremangels kommt es zu einer Blutarmut. Gerne spricht man daher auch von der so genannten „Folsäuremangelanämie“. Vor allem Müdigkeit kann ein erster Hinweis auf einen eventuellen Mangel sein.

Betroffene klagen oft auch über ein Zungenbrennen oder Kribbeln der Zunge. Zudem kann die Zunge gerötet und glatt sein. Blässe sowie Atembeschwerden können ebenfalls ein Anzeichen für einen Folsäuremangel sein. Ebenfalls kann die Darmschleimhaut sowie die Schleimhaut entzündet sein. Außerdem ist Durchfall ein Anzeichen eines Mangels an Folsäure.

Weitere Anzeichen sind Appetitlosigkeit sowie Gewichtsverlust, eine erhöhte Blutungsneigung, Reizbarkeit und Depression sowie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Leistungseinbußen und Konzentrationsschwierigkeiten sind ebenfalls Anzeichen eines Folsäuremangels. Auch kann es zu punktförmigen Einblutungen der Haut kommen.

Die Haut sollte man sich in der Tat genauer ansehen, um einen Folsäuremangel erkennen zu können. Betroffene haben nicht nur eine blasse Haut, sondern ebenfalls meist eine besonders unreine Haut, die sich schnell entzündet und/oder schlecht heilende Akne mit sich bringt.

Wenn Ungeborene aufgrund eines Mangels an Folsäure der Mutter zu wenig von dem Vitamin erhalten, kann es zu Entwicklungsstörungen im Nervensystem kommen. Stellen der Wirbelsäule bleiben dann zum Beispiel geöffnet und die Kinder leiden unter starken körperlichen Beeinträchtigungen.

Der Folsäuremangel wird in der Regel nicht über die Konzentration im Blut gemessen. Angesehen werden sich stattdessen die roten Blutkörperchen, die bei einem Mangel stark vergrößert sind. Im Blutbild lässt sich ein Mangel sehr einfach nachweisen.

Ursachen des Folsäuremangels

Folsäure sollte im Falle einer Schwangerschaft regelmäßig eingenommen werden.  Shutterstock.com / Photographee.eu

Ein Mangel an Folsäure kann durch eine einseitige Ernährung entstehen. In unserer Leber kann die Folsäure nur in sehr geringen Mengen gespeichert werden, weshalb wir sie regelmäßig über unsere Nahrung zuführen müssen. Folsäure ist zwar in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, kann jedoch von unserem Körper besser verarbeitet werden, wenn sie aus tierischen Nahrungsmitteln stammt.

Folsäure ist außerdem empfindlich gegenüber Hitze und Lagerung. Die Zubereitung von Lebensmitteln, die Folsäure beinhalten, muss daher besonders schonend erfolgen. Vor allem Schwangere oder Kinder, die sich in der Wachstumsphase befinden, haben einen erhöhten Bedarf an Folsäure.

Für die Entwicklung unserer Zellen sowie der DNA ist Folsäure unentbehrlich. Aus diesem Grund wird empfohlen, Folsäure bereits vor einer geplanten Schwangerschaft regelmäßig einzunehmen.

Auch ein erhöhter Alkoholkonsum, chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, Magen-Darmerkrankungen und bestimmte Medikamente wie Antibiotika oder Verhütungsmitteln können zu einem Folsäuremangel führen. Eine chronische Lebererkrankung kann außerdem zu einem Mangel führen, da Folsäure vor allem in unserer Leber gespeichert wird. Die Ursachen können also besonders vielseitig sein.

Wie kann der Tagesbedarf an Folsäure richtig abgedeckt werden?

Gemüse und Vollkornprodukte enthalten viel Folsäure.                                 
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Diese Frage stellen sich sehr viele Menschen. Damit der Tagesbedarf an Folsäure für einen Erwachsenen gedeckt werden kann, sollte man mindestens drei Portionen Gemüse täglich zu sich nehmen. Auch Vollkornprodukte, Milchprodukte und Hülsenfrüchte sollte man regelmäßig verzehren. Fleisch (vor allem Leber), Eier und Fisch sollten ebenfalls gegessen werden.

Der Bedarf für einen Erwachsenen liegt bei rund 400 Mikrogramm am Tag. Schwangere sollten bis zu 800 Mikrogramm an Folsäure täglich zu sich nehmen.

Eine erhöhte Zufuhr an Folsäure durch die Ernährung hat keine Nebenwirkungen. Nur bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte man aufpassen. Hier sollten 1.000 µg am Tag nicht überschritten werden.

Der Folsäuremangel ist heute relativ weit verbreitet. Indirekt stellt der Mangel auch ein Risiko für Arteriosklerose und somit auch für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall dar, da Folsäure den Homocysteinspiegel im Blut senkt.

Wer benötigt Folsäure besonders?

Schwangere Frauen oder Frauen, die einen Kinderwunsch haben, sollten viel Folsäure zu sich nehmen, damit die Entwicklung des Embryos so verläuft wie gewünscht. Doch auch Männer, die sich ein Kind wünschen, sollten auf eine ausreichende Zufuhr des Vitamins achten, denn die Folsäure ist auch für die Fruchtbarkeit zuständig und kann die Anzahl der Spermazellen erhöhen.

Außerdem sollten Frauen, die östrogenhaltige Präparate einnehmen, auf die Aufnahme von Folsäure achten, da der Bedarf in diesem Fall erhöht ist. 

Ebenfalls sollten Personen, die regelmäßig Alkohol genießen oder Rauchen auf die Zufuhr des Vitamins achten. Außerdem sollten Kaffeeliebhaber, die einen Liter Kaffee täglich zu sich nehmen, mehr Folsäure aufnehmen.

Patienten, die an einer Schilddrüsen- oder Nierenfunktionsstörung leiden, müssen ebenfalls mehr Folsäure aufnehmen. Menschen, die an Autoimmunerkrankungen wie Schuppenflechte oder Rheuma leiden, brauchen ebenfalls mehr Folsäure. Auch Menschen, die weniger vegetarische Lebensmittel essen, benötigen meist mehr von dem Vitamin.

Folgen eines Folsäuremangels

Haarausfall ist eine von vielen Folgen eines Folsäuremangels.         
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Durch einen Folsäuremangel kann es nicht nur zur Blutarmut kommen, sondern auch zu Haarausfall. Folsäure kann die Zellteilung ankurbeln. Wenn das Vitamin fehlt, können Frauen und Männer an Haarausfall leiden. Haare, die brüchig werden und stumpf wirken, können erste Symptome dafür sein. Auch ein verfrühtes Ergrauen der Haare kann auf einen Mangel hinweisen.

Durch die Blutarmut können Betroffene schnell müde sein. Auch die Konzentrationsfähigkeit lässt deutlich nach sowie die Ausdauer. Darüber hinaus kann es zu Entzündungen der Schleimhäute kommen. Viele Betroffene fühlen sich appetitlos, müde und matt und sind sehr schnell außer Puste. 

Außerdem können neurologische Symptome auftreten, die sich im späteren Lebensalter in Form von Parkinson oder Alzheimer zeigen. Zu Depressionen kann es durch einen Mangel an Folsäure ebenfalls, in jedem Alter, kommen.

Sollte man den Verdacht haben, an einem Folsäuremangel zu leiden, kann dieser einfach durch Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Ein Blutbild bringt in jedem Fall zuvor Gewissheit. In jedem Fall sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten, die auf Gemüse und Vollkornprodukte setzt.

Zusammenfassung

Folsäure ist eines der wichtigsten Vitamine, die wir kennen. Der Embryo benötigt die Folsäure bereits, damit sich das Nervensystem entwickeln kann. Kommt es während der Schwangerschaft zu einem Mangel an Folsäure, hat dies gravierende Folgen. Betroffene Kinder haben in diesem Fall meist Fehlbildungen oder es kommt bereits im Vorfeld zu Fehlgeburten.

Auch für Erwachsene ist die Folsäure wichtig. Mangelerscheinungen können nicht nur Blässe und Appetitlosigkeit sein, sondern auch Haarausfall, Akne, schlecht heilende Wunden, Erkrankungen wie Depressionen, Parkinson oder Alzheimer im höheren Alter und Arteriosklerose.

Aus diesem Grund sollte man stets darauf achten, ausreichend Folsäure zu sich zu nehmen. Sollte man sich öfter müde und matt fühlen und unter Konzentrationsschwäche leiden, ist ein Blutbild eine gute Idee. Bei einem Mangel sollte man nicht nur auf eine gesunde Ernährung achten, sondern vor allem in der ersten Zeit auch zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Ein Mangel an Folsäure lässt sich einfach und schnell nachweisen und kann heute ebenfalls sehr einfach behoben werden.

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