Betriebliche Krankenversicherung: Steuerfrei auf Top-Niveau

Kostenloser Kita-Platz, Firmenparkplatz, ÖPNV-Ticket - Unternehmen lassen sich die unterschiedlichsten Benefits einfallen, um neue Mitarbeiter*innen zu gewinnen und zu halten. Eine immer größere Rolle kommt dabei der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) zu. Als Sachlohn gestaltet, ist sie zumeist sogar steuerfrei. Möglich macht dies Paragraf 8 Absatz 2 Satz 2 EStG. 

Maßnahmen im Bereich der Gesundheit sind von Beschäftigten gefragter denn je. Wollen Arbeitgeber*innen im Rahmen dessen eine betriebliche Krankenversicherung anbieten, profitieren auch sie davon. Wir zeigen, wie sich die Implementierung einer bKV im Unternehmen steuerrechtlich gestaltet.

Grundsätzlich versteht man unter einer bKV eine Versicherung, die Arbeitgeber*innen für ihre Beschäftigten abschließen. Diese Gruppenversicherung stellt eine Ergänzung zur jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherung dar und schließt etwaige Versorgungslücken im gesetzlichen Versicherungsschutz.

doctor-taking-medical-insurance-card-from-patient-NQJR753Mitarbeiter*innen profitieren durch eine betriebliche Krankenversicherung von Zusatzleistungen über den gesetzlichen Versicherungsschutz hinaus / stevanovicigor

Zuletzt vom PKV-Verband veröffentlichte Zahlen zur bkV sprechen eine eindeutige Sprache. Die Bedeutung der betrieblichen Krankenversicherung steigt und immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeiter*innen ein solches Zusatzangebot an. Seit 2019 gilt diese betriebliche Krankenversicherung (bKV) wieder als Sachbezug. Das heißt: Ist dieser von Unternehmen bezahlte Benefit im Arbeitsvertrag enthalten, können Firmen Gruppenverträge für ihre Mitarbeiter*innen oder einen Teil davon abschließen, bei denen die Pro-Kopf-Prämie bis zu 44 Euro monatlich betragen darf, ohne dass hierauf Lohnsteuer oder Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Man nennt den Sachlohn auch 'beitragsfreien Arbeitslohn'. Alles andere wäre der Barlohn, auf den die Arbeitnehmer*innen Lohnsteuer und Sozialabgaben zahlen müssten. Wichtig ist dabei, dass den Beschäftigten ein Krankenversicherungsschutz und eben keine Geldleistung zur Verfügung gestellt wird. Beim Versicherungsvertrag selbst handelt es sich immer um einen von der Firma abgeschlossenen Gruppenvertrag für mehrere Mitarbeiter*innen. Deshalb entfällt dabei beispielsweise auch die individuelle Gesundheitsprüfung - und es gibt deutliche Beitragsrabatte gegenüber einzeln abgeschlossenen Krankenzusatzpolicen.

Natürlich kommt hierbei schnell eine durchaus berechtigte Frage auf: Was passiert, wenn die 44-Euro-Grenze überschritten wird - etwa wenn der Krankenversicherer die Prämie erhöht? Dann muss der gesamte Beitrag versteuert werden und nicht nur die plötzlich auftretende Differenz.

Unternehmen müssen dann zwischen drei Besteuerungswegen wählen:

  • Bei der individuellen Besteuerung entsteht dem Beschäftigten ein sogenannter geldwerter Vorteil in Höhe des bKV-Beitrages, der das Bruttogehalt ansteigen lässt. Sie oder er muss also mehr Lohnsteuer und höhere Sozialabgaben entrichten. Letzteres gilt auch für die Arbeitgeber*innen. Wegen der deutlichen Nachteile für die Mitarbeiter*innen wird jedoch keine umsichtige Firma dieses Modell wählen.
  • Attraktiver ist da schon die Nettolohnversteuerung. Dabei gibt es eine Gehaltserhöhung, die den bKV-Beitrag und alle entsprechenden Abgaben umfasst. Den bKV-Beitrag zieht die Lohnbuchhaltung ab.  Unter dem Strich bleibt das vorherige Nettoeinkommen unangetastet.
  • Bei der Pauschalversteuerung erscheint der bKV-Beitrag gar nicht mehr auf der individuellen Gehaltsabrechnung. Dieser und auch die Sozialabgaben werden nur noch intern - und eben pauschal für alle Versicherten bei der Lohnbuchhaltung verbucht. Den einzelnen Arbeitnehmer*innen entstehen durch dieses Modell, das vom zuständigen Finanzamt genehmigt werden muss, in der Regel keine finanziellen Nachteile. 

Bei der Besteuerung der betrieblichen Krankenversicherung hat der Arbeitgeber verschiedene Möglichkeiten / lakobchuck

In der Praxis gewinnen so alle mit der bKV:  Arbeitnehmer*innen freuen sich über einen hochwertigen und für sie kostenlosen Krankenversicherungsschutz - und die Arbeitgeber*innen über zufriedene Beschäftigte. Zudem können sie die bKV-Kosten als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen

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